Sport : Champions League: Wie ein Schluck Medizin

Um 22.39 Uhr, nach 95 Minuten Zittern, ging ein kollektiver Aufschrei durch die BayArena. Christoph Daum konnte nach dem Befreiungsschlag aus der Krise endlich wieder lachen. "Das war einer meiner wichtigsten Siege, um wieder Ruhe reinzubringen, und wir haben in einer schwierigen Situation zurückgeschlagen und ein Zeichen gegeben", sagte der 46-Jährige Cheftrainer nach dem 3:2 (0:1)-Sieg von Bayer Leverkusen zur Heimpremiere in der Champions League gegen Sporting Lissabon und warf damit viel Ballast ab.

Bayer-Manager Reiner Calmund war nach dem Zittersieg von Zentnerlasten befreit und meinte: "Es war ein Schluck aus der Medizin-Flasche, der uns gut tut." Die letzten Wochen mit dem Fehlstart in der Bundesliga und der 0:2-Pleite zum Startschuss in die Champions League bei Spartak Moskau setzte sich zunächst auch gegen Sporting fort. Die Gäste gingen durch einen Patzer von Bayer-Torwart Pascal Zuberbühler, der eine Ecke ins eigene Tor lenkte, in Führung, verloren dann aber EM-Star Joao Pinto durch eine Gelb-Rote Karte (41. Minute).

Danach hatte der künftige Bundestrainer endlich einmal Glück - und wechselte mit Thomas Brdaric den Sieg ein. Der 25 Jahre alte Edelreservist gab die Vorlage zum 1:1 durch Carsten Ramelow und leitete mit seinem ersten Europapokaltor die Wende zum Happy End ein, das Oliver Neuville mit dem 3:1 vollendete. Am Ende reichte es für Sporting nur noch zum 2:3 durch den verwandelten Foulelfmeter von Ricardo Sa Pinto.

"Thomas Brdaric hat bei seinem Tor alle Qualitäten eines Torjägers an den Tag gelegt. Glückwunsch", lobte Daum. Kapitän Jens Nowotny kündigte sofort neue große Taten an: "Wir haben gezeigt, dass die Mannschaft nicht nur spielen, sondern auch kämpfen kann. Aber es war nur ein Anfang." Einen Trainerwechsel wird es in Leverkusen am Saisonende geben. Daum hört bekanntlich nach fünfjähriger Tätigkeit bei Bayer auf und wird Bundestrainer. Nach seiner Demission bei Benfica Lissabon ist Jupp Heynckes unterm Bayer-Kreuz plötzlich ein Thema. Finanzchef Wolfgang Holhäuser bestätigt: "Wäre Heynckes kein Kandidat, würden wir die Augen verschließen."

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