Champions League : Zagreb bestreitet Manipulation

Nach dem 1:7 gegen Lyon wehrt sich Dinamo Zagreb gegen Vorwürfe, das Spiel bewusst hoch verloren zu haben. Während Uefa-Präsident Michel Platini keine Anhaltspunkte für Manipulationen sieht, sind in Kroatien zwei Funktionäre festgenommen worden.

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Lächeln des Siegers: Bafetimbi Gomis schoss gegen Zagreb vier Tore. Foto: AFP
Lächeln des Siegers: Bafetimbi Gomis schoss gegen Zagreb vier Tore.Foto: AFP

Dinamo Zagreb wehrt sich gegen Vorwürfe, Olympique Lyon in der Champions League beim 1:7 am Mittwoch Tore geschenkt zu haben. Auch Michel Platini, Präsident des europäischen Fußballverbands Uefa, sieht keine Anhaltspunkte für eine Manipulation: „Es gibt Spiele, in denen der Torhüter einen schlechten Tag erwischt hat, wenn es Umstellungen in der Abwehr gegeben hat oder wenn die Mannschaft zuvor bereits ausgeschieden ist und total unmotiviert antritt“, sagte er nach der Sitzung des Uefa-Exekutivkomitees in Venedig.

Durch das 7:1 hatte sich Lyon noch fürs Achtelfinale qualifizieren können, zumal Mitkonkurrent Ajax Amsterdam zeitgleich Real Madrid 0:3 unterlag. Das Torverhältnis zwischen Lyon und Amsterdam war in diesem Fall zum Tragen gekommen, weil der direkte Vergleich keinen Sieger hervorgebracht hatte. Beide Spiele zwischen Lyon und Ajax waren 0:0 ausgegangen.

Zagreb entließ nach dem Spiel seinen Trainer, obwohl die Partie für Kroatiens Meister ohnehin keine Bedeutung mehr hatte und der Klub in der kroatischen Liga derzeit sechs Punkte Vorsprung vor Erzrivale Hajduk Split besitzt. Das führte zu der Spekulation, das Spiel sei am Trainer vorbei verschoben worden. Auch über einen Verkauf des Spiels an Lyon wurde spekuliert. Beide Vereine haben inzwischen jegliche Manipulationsversuche scharf zurückgewiesen.

Dass das Warnsystem für Wettmanipulationen keine Auffälligkeiten gefunden hat, entlastet Zagreb allerdings nicht. Auch die vom Berliner Wettbetrüger Ante Sapina verschobenen Spiele waren unter dem Radar durchgekommen. Zudem besteht bei Wetten die Möglichkeit, auf bestimmte Tordifferenzen zu setzen. Der kroatische Fußball gilt insgesamt als anfällig für Korruption. Spiele aus der kroatischen Liga lassen sich daher nur begrenzt bei großen Wettanbietern platzieren. Auch ein Pokalspiel zwischen Dinamo Zagreb und Hajduk Split stand schon unter Manipulationsverdacht.

Am Freitag berichteten mehrere Medien in Zagreb über die Festnahme von zwei leitenden Funktionären des kroatischen Fußballverbandes. Sie sollen gegen Geld mindestens ein Spiel manipuliert haben. Um welches Spiel es sich handelt, wurde nicht genannt.

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