Sport : Champions ohne Schalke

Nach dem 2:3 beim AC Mailand spielt Rangnicks Team im Uefa-Cup weiter

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Nach vierzehn Minuten war klar, dass Schalke eine Sensation benötigen würde. Der PSV Eindhoven war gerade im anderen Spiel der Champions-League-Gruppe E in Führung gegangen, und das ließ dem FC Schalke 04 nur noch eine realistische Möglichkeit, ins Achtelfinale einzuziehen: ein Sieg beim AC Mailand. Wie hoch die Chancen dafür waren, zeigt der Fakt, dass dies im Europapokal zuletzt dem FC Brügge vor zwei Jahren gelang. Am Ende wäre fast die andere, noch weniger wahrscheinliche Variante gegen die italienischen Defensivkünstler eingetreten. Weil Schalke im Hinspiel ein 2:2 erreichte, hätte auch ein 3:3 zum Weiterkommen genügt. Am Ende scheiterte der FC Schalke in dem Stadion, in dem er 1997 den Uefa-Cup gewann, mit 2:3 (1:1).

Die Mailänder, die nach zuletzt schwachen Leistungen in der italienischen Liga sichtbar verunsichert auftraten, konnten in der ersten Halbzeit nur selten zeigen, dass sie in der vergangenen Saison zu Recht im Finale dieses Wettbewerbs standen. Lediglich Einzelaktionen eines der überragenden Spieler und Fehler der Schalker führten zu Torchancen – so in der 19. Minute, als ein Ballverlust von Mladen Krstajic Milans Starstürmer Andrej Schewtschenko zu einer Möglichkeit verhalf und Kaka gleich darauf Christian Poulsens Verwirrung nicht auszunutzen wusste.

Schalke versuchte, die Spielgestaltung zu übernehmen – mit mäßigem Erfolg. Sich Chancen herauszuspielen, gelang auch den Gelsenkirchenern nicht. Krstajic vergab in der 25. Minute aus spitzem Winkel nach einem Freistoß. Im Anschluss an einen Fehlpass von Paolo Maldini, der nach einer halben Stunde den Platz verletzt verließ, lief Hamit Altintop allein auf Mailands Torhüter Dida zu, schoss aber weit links daneben.

Schließlich waren es die bisweilen lethargischen Mailänder, die bei ihren wenigen gefährlichen Aktionen als erste trafen: In der 42. Minute verwandelte Andrea Pirlo einen Freistoß zum Führungstreffer. Schalke sah sich unter Druck gesetzt und antwortete nur eine Minute später ebenfalls durch einen Freistoß. Lincoln fand Christian Poulsen, der mit einem Kopfball den Ausgleich erzielte.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit war es erneut eine Mailänder Einzelleistung, die das Team von Trainer Ralf Rangnick wieder in Rückstand brachte. Schewtschenko ließ mit einem Solo von der Mittellinie drei Gegenspieler stehen und brachte so Kaka in die Position, mit einem Flachschuss zum 2:1 zu treffen. Der Brasilianer erzielte nur wenige Minuten später die vermeintliche Vorentscheidung, als er nach einer Flanke von Filippo Inzaghi und einer verunglückten Annahme von Schwetschenko abgeklärt das 3:1 erzielte.

Doch Schalke blieb im Spiel. Zunächst vergab Kevin Kuranyi aus kurzer Distanz nach Hereingabe von Gerald Asamoah, in der 66. Minute fand Lincolns Ball, abgefälscht von Schwetschenko, aber den Weg ins Tor. Die Bemühungen um den Ausgleich blieben allerdings erfolglos – und so qualifizierte sich Schalke als Gruppendritter acht Jahre nach dem historischen Triumph an gleicher Stätte für den Uefa-Cup.

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