Sport : Chance auf die Vergangenheit

Mathias Klappenbach

Einige Spieler wie Jörg Butt, Bernd Schneider und Marko Babic waren ja damals schon dabei. Damals, das war vor vier Jahren, als Bayer Leverkusen mit tollem und erfolgreichem Fußball viele Sympathisanten gewann. Und erst im Finale der Champions League vom eigenen Unvermögen bei besten Chancen und von Zinedine Zidane besiegt werden konnte. So weit ist Bayer noch lange nicht wieder, aber das Erreichen der Runde der letzten 32 im Uefa-Cup ist ein Erfolg. Nicht nur für den deutschen Fußball, der inzwischen mit Erleichterung bei einem Blick auf die Fünfjahreswertung der Uefa registriert, dass der rumänische Vertreter Rapid Bukarest ausgeschieden ist und der Verlust eines Startplatzes für die Champions League dadurch weniger akut droht.

Dass Leverkusen gegen Istanbul in den letzten Minuten endlich zwei seiner vielen, vielen Torchancen genutzt hat, eröffnet dem Klub neue Möglichkeiten. Zwar haben Bremen, Schalke und wohl auch Stuttgart die Leverkusener in den vergangenen Jahren erst eingeholt und dann ein bisschen abgehängt. Aber die Ära, als der Pate Reiner Calmund über Wohl und Wehe bestimmte und kein Trainer den Ansprüchen bei Bayer mehr gewachsen war, ist vorbei. Mit dem unaufgeregt und sachlich arbeitenden Michael Skibbe erspielt sich die Mannschaft fast immer viele Chancen, und wenn sie diese öfter nutzen würde, könnte sie schon jetzt in der Bundesliga weiter oben stehen.

Leverkusen hat wirklich viele Chancen: Es könnte erst den deutschen Startplatz in der Champions League mitretten, diesen ein oder zwei Jahre später selbst besetzen, und dann im Finale köpft der stürmende Torwart Butt nicht mehr wie damals zu ungenau. Sondern einfach ins Tor.

0 Kommentare

Neuester Kommentar