Sport : Chance zur Verjüngung

Der 1. FC Union steht vor einem Umbruch: In dieser Saison laufen zehn Verträge aus

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Von Karsten Doneck

Berlin. Heiner Bertram hat die Rahmenbedingungen klar abgesteckt. Es war Mitte Juli im Trainingslager in Schneverdingen, als der Präsident des Fußball-Zweitligisten 1. FC Union wegen der Kirch-Krise einen Blick in eine gar nicht so ferne Zukunft warf. „Jeder, der für die Saison 2003/04 einen Vertrag bei uns unterschreibt, wird sich auf veränderte Bedingungen einstellen müssen“, sagte Bertram. Und wenn sich in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Konditionen ändern, dann selten zum Besseren. Union will also seinen Profis künftig weniger Grundgehalt zahlen als bisher. Die Klubführung strebt leistungsorientierte Verträge an. Bertram und seine Mitstreiter werden viel zu tun bekommen: Im Sommer 2003 laufen die Verträge mit zehn Profis aus, auch das Arbeitsverhältnis mit Trainer Georgi Wassilew endet dann.

Es sind fast durchweg Stammspieler, deren Arbeitsverhältnisse an der Alten Försterei zu Ende gehen. Da könnte sich Unions Präsidium zum Beispiel gleich eine komplette Dreier-Abwehrkette mit Libero Steffen Menze und den Manndeckern Tom Persich und Ivan Kozak an den Verhandlungstisch holen. Auch die beiden Torhüter Sven Beuckert und Robert Wulnikowski werden mit Neugier darauf warten, welches Angebot ihnen ihr Arbeitgeber für eine Weiterverpflichtung unterbreiten wird. Zudem steht Unions Mittelfeldachse ein Vertragspoker ins Haus: Die Arbeitsverhältnisse von Ronny Nikol, den Bulgaren Hristo Koilow und Kostadin Widolow sowie von Chibuike Okeke und Sixten Veit sind erneuerungsbedürftig.

Bei den Personalplanungen ist Weitsicht gefragt. Spätestens bis zur Winterpause soll bei Union der größte Teil der offenen Personalien entschieden sein – so oder so. Fest steht schon jetzt, dass nicht alle Spieler, deren Verträge auslaufen, um jeden Preis gehalten werden sollen. Der 1.FC Union sieht das Vertragsende derart vieler Spieler auch als Chance, den Kader zu verjüngen. Das Durchschnittsalter jener zehn Spieler, die bis 2003 an den Verein gebunden sind, liegt trotz der noch recht jungen Okeke (23) und Wulnikowski (25) nur knapp unter 30 Jahren.

Auch sonst kommt dem 1.FC Union die derzeitige Vertragssituation gar nicht mal ungelegen. Wer eine Verlängerung seines Arbeitsverhältnisses anstrebt oder sich schon jetzt für einen anderen Verein interessant machen möchte, braucht nicht lange motiviert zu werden. Das entspricht genau dem, was Vizepräsident Bernd Hofmann unlängst postuliert hat: „Wir brauchen eine Truppe, die gierig nach Erfolg ist.“

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