Sport : Charles Bernhard Ecclestone: "Höre erst auf, wenn ich sterbe"

Vom Tellerwäscher zum Millionär: Für Charles Bernhard Ecclestone, von allen nur "Bernie" genannt, ist der amerikanische Traum längst Wirklichkeit geworden. Mit Gebrauchtwagen auf einem Hinterhof fing alles an. Heute ist der nur 1,58 große Engländer, der gestern seinen 70. Geburtstag feierte, einer der reichsten Männer der Welt. "Big Bernie" hat aus dem Formel-1-Zirkus ein Wirtschaftsunternehmen gemacht, das drittgrößte Sportereignis weltweit nach Olympischen Spielen und Fußball-WM. Obwohl Ecclestone in diesem Jahr die Hälfte seines Lebenswerks an den Medienkonzern EM.TV des Münchners Thomas Haffa verkauft hat, will er noch lange nicht in Rente gehen. "Aufhören werde ich erst, wenn ich sterbe", sagte der Brite unlängst. Vom Familien-Imperium Slec, benannt nach seiner Ehefrau Slavica, einen Kopf größer als Bernie und ehemaliges kroatisches Fotomodell, der Ecclestone die komplette Formel 1 überschrieben hat, wurden für 3,3 Milliarden Mark 50 Prozent der "Königsklasse" an EM.TV verkauft. Doch die Fäden hält Ecclestone noch immer in der Hand. Selbst Ferrari-Superstar Michael Schumacher steht stramm, wenn "Napoleon" spricht. "Alles, was er macht, hat Hand und Fuß. Er ist der Chef. Wir wissen, dass wir uns immer auf ihn verlassen können", sagt der neue Weltmeister. Ecclestone mag den Deutschen und gibt die Komplimente brav zurück: "Er ist der beste Rennfahrer der Gegenwart."

Im Automobil-Weltverband Fia ist Ecclestone "Vize", Präsident ist sein Freund Max Mosley. 1999 fasste er in der Holding Formula One Management sein Netzwerk zusammen. Doch mit seiner Monopolstellung ist der Brite den strengen Wettbewerbshütern der Europäischen Union ein Dorn im Auge. Immer wieder gibt es Gerüchte, die EU-Kommissare wollen sein Imperium zerschlagen. Geschafft hat es noch niemand.

0 Kommentare

Neuester Kommentar