Chelsea : Sieg für Ballack im OP-Streit

Im Streit um eine am 27. April in München erfolgte Sprunggelenks-Operation hat Michael Ballack die Oberhand behalten. Chelseas Teamarzt räumte nun Fehler bei seiner ersten Diagnose ein.

London/München - Michael Ballack ist als Sieger aus dem Streit um seine Sprunggelenks-Operation hervorgegangen. Chelseas Mannschaftsarzt Bryan English gestand englischen Medienberichten zufolge ein, bei seiner ersten Diagnose einen Fehler gemacht zu haben. Trainer José Mourinho akzeptierte Ballacks Erklärung, wonach die Operation bei Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt am 27. April in München zwingend notwendig gewesen sei.

English gab zu, die Knochenabsplitterung im Sprunggelenk nicht gesehen zu haben, meldete der "Daily Mirror". Für den Chef von Chelseas medizinischer Abteilung kann der Fehler nach Einschätzung der "Times" schwerwiegende Folgen haben, denn English hatte sich bereits im Februar Mourinhos Zorn zugezogen. Der Mediziner musste sich damals auf der Webseite des Vereins öffentlich für die "Verbreitung einer irreführenden Information" entschuldigen. Er hatte zuvor fälschlicherweise erklärt, Mannschaftskapitän John Terry könne wegen einer Knöchelverletzung nicht im Ligapokal-Finale auflaufen.

Mourinho: Bereits Teamarzt Frazer zum Rücktritt gedrängt

Mourinho hat in einem vergleichbaren Fall vor zwei Jahren die Ablösung des damaligen Mannschaftsarztes Neil Frazer durchgesetzt. Frazer hatte den Fitnesszustand von Flügelstürmer Arjen Robben falsch eingeschätzt. Er trat nach einer heftigen Auseinandersetzung mit dem portugiesischen Coach zurück.

Ballack nahm inzwischen in London das Training wieder auf und möchte zum englischen Pokalfinale am 19. Mai gegen Manchester United fit sein. Der deutsche Nationalmannschaftskapitän hatte mit der angeblich nicht abgestimmten Operation Mourinho verärgert. Der Trainer glaubte, der Eingriff hätte in die Sommerpause verlegt werden können. Doch Müller-Wohlfahrt sah gar Ballacks Karriere gefährdet, wenn er sich nicht unverzüglich unter das Messer gelegt hätte.

Hoeneß: Ballack wird nicht nach Deutschland zurückkehren

Der 30-Jährige bekam am Mittwoch Unterstützung von Uli Hoeneß. Der Bayern-Manager erklärte, er glaube nicht, dass Ballack den Londoner Club schon im Sommer wieder verlassen könnte. "Michael wird nicht davon laufen", äußerte Hoeneß zur Zukunft des erst vor einem Jahr vom FC Bayern München nach England gewechselten Mittelfeldspielers. Er glaube im übrigen auch nicht, "dass Michael den Schritt zurück nach Deutschland machen würde".

Nach Ansicht von Hoeneß könne auch nicht davon gesprochen werden, dass Ballacks erste Saison beim FC Chelsea enttäuschend verlaufen sei. Er werde immerhin Vizemeister, habe mit Chelsea im Halbfinale der Champions League gestanden und könne noch den englischen Pokal gewinnen. "Es war für ihn kein Katastrophenjahr", meinte Hoeneß. (tso/dpa)

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