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Chicago Blackhawks neuer NHL-Champion : Seidenberg und Bruins verlieren Cup-Finale

Dennis Seidenberg hat in der NHL mit seinen Boston Bruins die Finalserie um den Stanley Cup verloren. Am Montag unterlag Boston im sechsten Spiel den Chicago Blackhawks mit 2:3 und musste sich in der Best-of-seven-Serie mit 2:4 geschlagen geben.

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Bart mit Pokal. Chaicagos Patrick Sharp mit dem Stanley-Cup.
Bart mit Pokal. Chaicagos Patrick Sharp mit dem Stanley-Cup.Foto: AFP

Unglaeubig starrte Jaromir Jagr über das Eis. Seine Augen bewegten sich kein Stück, sein Blick verriet totale Leere. Jagr ist inzwischen 41 Jahre alt und eine lebende Eishockey-Legende. Seit 23 Jahren spielt er mit einer Unterbrechung in der National Hockey League (NHL). In der besten Eishockey-Liga hat er weit über 1000 Spiele bestritten, aber eine bitterere Niederlage als in dieser Nacht dürfte er selten erlebt haben.

Wenige Meter von Jagr entfernt hüpften die Spieler der Chicago Blackhawks wie kleine Kinder durch die Luft und fielen sich ausgelassen in die Arme. Durch einen 3:2-Sieg bei Jagrs Boston Bruins holten sich die Blackhawks den Stanley Cup, es war ihr vierter Sieg im sechsten Spiel der nach dem Modus Best-of-seven ausgetragenen Serie. Für Chicago war es gleichzeitig der zweite Meistertitel in den vergangenen vier Jahren. Bereits 2010 hatten sich die Blackhawks die begehrteste Trophäe im Eishockey, damals gegen die Philadelphia Flyers, sichern können.

Lange hatte es allerdings danach ausgesehen, dass ein weiteres Spiel am Mittwoch nötig werden würde, um die Entscheidung zwischen diesen beiden Teams herbeizuführen. Durch ein Tor von Milan Lucic war Boston im letzten Drittel 2:1 in Führung gegangen, die Zeit lief zugunsten der Bruins. In der restlos ausverkauften Arena standen die Zuschauer auf, um ihr Team für die letzten 76 Sekunden lautstark nach vorne zu treiben, als die Arena mit einem Mal verstummte. Bryan Bickell nutzte eine Unachtsamkeit in der Bruins-Verteidigung, um den Puck aus kurzer Entfernung zum 2:2 ins Tor zu befördern. Alles sah nach einer weiteren Verlängerung aus. Bereits in den Spielen eins, zwei und vier hatte es mehr als 60 Minuten gebraucht, um einen Sieger zu ermitteln. Dieses Mal sollte es jedoch nicht so weit kommen.

Später Ausgleich für die Chicago Blackhawks

Der späte Ausgleich der Gäste aus Chicago hatte Bostons Spieler schwer getroffen, die Ordnung ging den Bruins in den letzten Sekunden völlig verloren. Chicagos Verteidiger Johnny Oduya hämmerte den Puck mit einem harten Schuss an den Pfosten, Dave Bolland stand genau richtig, um den Abpraller zum 3:2 zu versenken. "Ich hab den Puck zurückkommen sehen und wusste, dass ich in nur noch reinmachen muss. Das war ein Riesentor", sagte Bolland, womit er masslos untertrieb. Es war mit Abstand der wichtigste Treffer seiner Karriere. Gewöhnlich ist Bolland bei den Blackhawks eher für die groberen Aufgaben zuständig. Glänzen tun meist andere. Patrick Kane etwa, der als bester Spieler der Play-offs ausgezeichnet wurde. Für Bolland war es dagegen erst sein drittes Tor in den laufenden Play-offs.

Blackhawks-Kapitän Jonathan Toews: "Wir wussten, dass noch was möglich ist."

"Was soll man dazu sagen? Wir wussten, dass noch was möglich ist. Manchmal kann es ganz schnell gehen, man darf nur nicht aufhören bis es wirklich zu Ende ist", sagte Chicagos Kapitän Jonathan Toews, der wenig später im Alter von 25 Jahren den Stanley Cup schon zum zweiten Mal als Erster in die Luft stemmen durfte.

Dennis Seidenberg muss dagegen weiter auf seinen zweiten Titel warten. Der deutsche Verteidiger hatte mit 20 Minuten und 36 Sekunden gewohnt viel Eiszeit, konnte die dramatische Niederlage in den Schlusssekunden aber nicht verhindern. Insgesamt war es keine gute Serie für Seidenberg und seinen Partner Zdeno Chara. Das wohl beste Verteidigerpaar der NHL stand bei vielen Gegentreffern auf dem Eis, die gewohnte Sicherheit strahlten beide selten aus.

Seidenberg wird mit den Bruins in der kommenden Saison einen erneuten Angriff auf den Stanley Cup wagen, sein Vertrag in Boston endet erst 2014. Ob Jaromir Jagr dann noch dabei sein wird, ist sehr fraglich. Er war Anfang April extra von Dallas nach Boston gewechselt, um zwanzig Jahre nach seinem letzten Stanley-Cup-Sieg mit den Pittsburgh Penguins nochmal eine Chance auf den Titel zu haben. Sein Vertrag endet in wenigen Tagen. Wahrscheinlich schaute Jagr nach dem Erklingen der Schlusssirene auch deshalb so traurig drein, weil er wusste, dass er dem Cup wohl nie mehr so nahe kommen wird.    

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