CHICAGO VERLIERT MIT BARACK OBAMA : Obama reicht nicht

Barack Obama erhielt die schlechte Nachricht über Neufundland. Im Flugzeug auf der Rückreise erfuhr er, dass Chicago bei der Wahl für die Spiele 2016 in der ersten Runde ausgeschieden war. Obama hatte sich als erster US-Präsident beim IOC persönlich eingesetzt – und erlitt eine schmachvolle Niederlage. „Es ist eine der schönen und wertvollen Dinge am Sport“, sagte er, „dass man ein hervorragendes Spiel hinlegen und trotzdem verlieren kann.“ Darüber, dass Chicagos Bewerbung makellos war, war man sich in Kopenhagen einig. Rene Fasel, IOC-Mitglied aus der Schweiz, gab sich schockiert, dass Chicago nur 18 von 94 Stimmen bekommen hatte. „Es war keine Wahl gegen Chicago“, glaubte er. „Das war eine Wahl gegen das amerikanische Olympische Komitee, das USOC.“ Dieses hatte sich mit dem IOC angelegt. Streitpunkt war die US-Beteiligung an IOC-Einnahmen sowie Pläne für einen eigenen Fernsehsender, der dem IOC-Partner NBC Konkurrenz machen sollte. Man müsse mehr Lobbyarbeit in der olympischen Bewegung betreiben, gab USOC-Vizepräsident Robert Ctvrtlik zu. Dass Obamas 20-Stunden-Trip verschwendete Energie war, meinten seine politischen Gegner. Die republikanische Partei sprach von „falschen Prioritäten“. Das Land könne es sich nicht leisten, dass Obama in der Welt herumjette und sich um Olympia kümmere, während zu Hause die Arbeitslosenzahlen steigen, der Iran Nuklearwaffen entwickelt und die Gesundheitsreform in der Luft hängt. Präsidentenberater David Axelrod reagierte auf die Kritik trotzig. „Die Wahl war keine Ablehnung von Obama. Er würde das wieder so machen.“ mol

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