Sport : China vermisst Bei Ken Bao Er

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Armin Lehmann über deutsche Fußballvermarktung in Asien

Es wird dieser Tage viel Unsinn geredet im deutschen Fußball. Ein Vorschlag (Anpfiff samstags um 12 Uhr) jagt den nächsten (Sonntagsspiele um 14 Uhr). Die hektische Betriebsamkeit mag verständlich sein, schließlich muss die Deutsche FußballLiga (DFL) künftig selbst ihr Geld verdienen, weil der Vertrag mit der Rechteagentur Infront nicht verlängert wurde. Beim lauten Sinnieren über neue Einnahmequellen jenseits des deutschen Fernsehmarktes wird seit längerer Zeit gerne der asiatische Markt genannt. Speziell China hat es den Deutschen angetan, denn dort, findet Liga-Präsident Hackmann, könne man Gewinne machen.

Die Chinesen haben auch gar nichts dagegen. Sie finden die Bundesliga Klasse, kennen sich in der Tabelle gut aus und lieben „Bei Ken Bao Er“ (siehe Artikel rechts). Sie zappen gerne mal rein in den Kanal, der ihnen nachts live das Bundesliga-Topspiel präsentiert. Nur: Richtig viel Geld verdient damit niemand. Das wird sich in Zukunft auch nicht ändern, selbst wenn die Deutschen um sechs Uhr morgens spielen. Die Bundesliga ist zwar interessant, aber viel interessanter finden die Chinesen die Ligen in England, Spanien und Italien. Dort kicken die ganz großen Stars, die so viele asiatische Jugendliche anhimmeln und für die sich vor allem Mädchen lustvoll in Beckham-Shirts hüllen.

Die Deutschen können sich diese Stars nicht leisten. Dafür haben sie einen Chinesen billig eingekauft. Wenn Shao von 1860 München zur Übertragung in China eingewechselt wird, steigert das den Umsatz – einiger Fanartikel. Nur die DFL hat nichts davon.

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