• Chinesisch gegen Ingolstadt Eisbären-Coach Pierre Pagé ist Fan asiatischer Philosophie

Sport : Chinesisch gegen Ingolstadt Eisbären-Coach Pierre Pagé ist Fan asiatischer Philosophie

Claus Vetter

Berlin. Wer sich in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) nicht auskennt, wäre am Donnerstag im Sportforum Hohenschönhausen vermutlich zu dem Schluss gekommen, dass bei den Eisbären Volksbelustigung im Vordergrund steht. Denn angesichts der vielen Ausfälle beim Personal hatte Pierre Pagé eine überraschende Idee. „Unser Manager Peter John Lee wird den Arzt von Michael Schumacher anrufen“, sagte der Berliner Trainer. „Denn der ist ja nie krank.“ Der fünfmalige Formel-1-Weltmeister muss allerdings nicht am Freitag gegen den ERC Ingolstadt spielen, diese Aufgabe (19.30 Uhr, Sportforum) fällt den Eisbären zu, die auf sieben Spieler verzichten müssen: Keller, Gruden, Tomlinson, Walker und Busch sind verletzt, Emmons und Beaufait gesperrt.

„Wir sind unter Druck“, sagt Stürmer David Roberts. „Und das ist gut so, weil dann die Einstellung stimmt.“ Zwei Niederlagen gab es für die Eisbären zuletzt. Was nun, wenn die dritte hinzukommt, hat doch der neue Trainer aus Ingolstadt, Olle Öst, postuliert, „mindestens einen Punkt“ aus Berlin mitnehmen zu wollen. „Schön für Öst“, sagt Pagé. „Aber wir wollen drei Punkte.“ Der Kanadier will von einer prekären Lage bei seinem Team nichts wissen: „In China gibt es kein Wort für Krise, nur eines für Gelegenheit.“ Trotz Bemühung asiatischer Philosophien – die Berliner versuchen auch mit bodenständigen Methoden, ihre Lage zu ändern. Zwei neue Spieler trainierten diese Woche mit, einer von ihnen wird heute schon auflaufen: Stürmer Patrick Saggau. Der 20-Jährige hat in dieser Saison schon 33 Tore erzielt – in der Regionalliga, für seinen Heimatverein EC Timmendorfer Strand.

Ein wenig mehr herumgekommen als Saggau ist Joel Dezainde. Der kanadische Stürmer war seit November beim HC Bozen in Italien. Der 24-Jährige hatte in Nordamerika schon zehn Arbeitgeber, letzte Station waren dort die Albany River Rats aus der American Hockey League. Heute wird Dezainde noch nicht spielen, die Modalitäten für einen Vertrag mit dem Kanadier sollen laut Aussage der Eisbären bis Montag geklärt sein. Pierre Pagé ist jedenfalls von den Qualitäten des Verteidigers überzeugt. „Joel ist schnell, hat einen harten Schuss, und intelligent ist er auch.“ Und wenn Dezainde noch Sinn für Humor hat, dann kann ja mit dem neuen Trainer nichts schief gehen.

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