CHIO : Deutsche gewinnen Nationenpreis

Die deutschen Vielseitigkeitsreiter haben den Nationenpreis beim CHIO in Aachen überlegen gewonnen und ein Zeichen Richtung EM im August in Malmö gesetzt. Sandra Auffarth verpasste den Einzelerfolg nur denkbar knapp.

Die deutschen Vielseitigkeitsreiter haben beim CHIO in Aachen ihre Klasse eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Nur der Australier Christopher Burton störte mit seinem Sieg im Einzel ein wenig die Festspiele der Gastgeber in der Soers. Zum sechsten Mal holten sich die Team-Olympiasieger überlegen den Nationenpreis bei ihrem Heimturnier und präsentierten sich zwei Monate vor der EM in Malmö in starker Verfassung.

Beim abschließenden Geländeritt am Samstag verteidigten Michael Jung (Horb) mit Halunke, Dirk Schrade (Sprockhövel) mit Hop and Skip, Andreas Dibowski (Döhle) mit Butts Leon und Sandra Auffarth (Ganderkesee) mit Opgun Louvo ihre Führung, die sie sich am Freitag in der Dressur und im Springen erobert hatten. Mit 134,60 Strafpunkten wiesen sie die Briten (182,60) und Schweden (219,0) deutlich auf die Plätze zwei und drei. „Wenn man das Teamergebnis anguckt, ist das mehr als souverän. Alle Teamreiter hatten nicht einen Hindernisfehler. So ein ausgeglichenes Ergebnis hatten wir noch nie“, sagte Bundestrainer Hans Melzer.

Da konnte er es auch gut verkraften, dass Sandra Auffarth in der Einzelwertung um weniger als eine Sekunde im Gelände oder 0,2 Strafpunkte den Sieg auf ihrem Erfolgspferd Opgun Louvo (35,8) verpasste. „Ich war glücklich, dass es so gut gelaufen war. Als ich gesehen habe, wie knapp es war, war das schon etwas ärgerlich“, sagte sie.

Sieger Burton schaffte es auf Leilani als einziger der 42 Starter, die 4000 Meter lange Strecke mit ihren 25 Hindernisse in der Richtzeit von sieben Minuten zurückzulegen und sein Ergebnis nach Dressur und Springen von 35,6 Strafpunkten zu halten. „Dieser Sieg war etwas Besonderes. Für Leilani war es nämlich das letzte Turnier“, sagte Burton, dessen 17 Jahre alte Stute nun in die Zucht geht.

Trotz des Erfolges des Australiers war das deutsche Gesamtergebnis eindrucksvoll: Auf sieben der ersten neun Plätze landeten deutsche Paare. Nicht ganz zufrieden war Doppel-Olympiasieger Jung, der mit seinem Ausnahmepferd Sam (42,40) als Dritter den erhofften Sieg verpasste.

Auf dem nach dem Dauerregen schweren Boden hatte sein Wallach zwei Hufeisen verloren und war bei einigen Wendungen weggerutscht. Bei einem Hindernis geriet das Paar sogar ins Straucheln. Das wurde zunächst als Verweigerung gewertet, nach Jungs Protest nahm die Jury diese Entscheidung zurück. (dpa)

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