CHIO in Aachen : Thomas Müller sieht Totilas beim zweiten Sieg zu

Sechs Tage nach seinem WM-Sieg sieht Thomas Müller dem Millionenhengst Totilas im Dressurviereck zu. Auch das deutsche Vielseitigkeitsteam gewinnt in Aachen - nachdem ein Hindernis wegen eines Unfalls aus dem Parcours gestrichen worden ist.

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Gemeinsam mit seiner Ehefrau Lisa, die selbst reitet, besuchte Thomas Müller am Samstag den CHIO in Aachen
Gemeinsam mit seiner Ehefrau Lisa, die selbst reitet, besuchte Thomas Müller am Samstag den CHIO in AachenFoto: dpa

Nachdem Thomas Müller wochenlang gegen die besten Fußballspieler auf dem Platz stand, saß er nun auf der Tribüne und sah der Elite der Dressur zu. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Lisa, die selbst reitet, besuchte er am Samstag den CHIO in Aachen. So, wie sie es ein paar Tage nach der Weltmeisterschaft 2010 getan hatten. Dabei verfolgte das Ehepaar aus der Nähe von München, wie Matthias Rath beim Grand Prix Spécial zum zweiten Mal bei diesem Turnier gewann.

Mit 84,529 Prozentpunkten setzte sich der 29-Jährige mit Totilas gegen die Konkurrenz durch und lag damit erneut vor der britischen Doppel-Olympiasiegerin Charlotte Dujardin mit Valegro (83,157) und Helen Langehanenberg aus Billerbeck mit Damon Hill (82,078). Am Donnerstag hatte er für seinen Ritt 82,300 Prozent bekommen. „Er hat super mitgemacht, bis zur allerletzten Aufgabe“, kommentierte Rath. „Auch die Piaffen waren besser als im Grand Prix.“ Optimistisch äußerte sich der Reiter deswegen zu den Weltmeisterschaften Ende August in der Normandie: „Wenn man bei solchen Richtern mehr als 84 bekommt, was soll man da sagen – in vier Wochen ist das eine Einzelmedaille.“

Am Donnerstag hatte er für seinen Ritt 82,300 Prozent bekommen.
Am Donnerstag hatte er für seinen Ritt 82,300 Prozent bekommen.Foto: dpa

19 Stunden auf den Sturz folgt der Sieg

rstaunt waren die 40 000 Zuschauer am Samstag auch, als Katrin Eckermann 19 Stunden nach ihrem Sturz im Springparcours den Preis von Nordrhein-Westfalen gewann. „Das ist der Wahnsinn“, sagte die 24-Jährige aus Münster. „Ich bin volles Risiko geritten, wir sind hier schließlich in Aachen.“ Am Vorabend war sie erstmals im deutschen CHIO-Team geritten und in der zweiten Runde mit Firth of Lorne am Wassergraben gestürzt. Dennoch zeigte sie sich am Samstag nervenstark und setzte sich im Stechen mit dem schnellsten fehlerfreien Ritt in 45,11 Sekunden durch.

Doch damit noch nicht genug: Ein weiterer Höhepunkt des Turniers war der Sieg der deutschen Vielseitigkeitsreiter. Nach dem Geländeritt gewann das Team mit 129,00 Strafpunkten zum dritten Mal in Folge den Nationenpreis. Es folgten Großbritannien (152,40) und Frankreich (164,60). In der Einzelwertung stand Sandra Auffarth mit Opgun Louvo auf dem Siegertreppchen. Noch im Vorjahr hatte die Reiterin aus Ganderkesee den Sieg um eine Sekunde verpasst – doch dieses Mal reichte ihre Zeit im Gelände. Und das, obwohl die Reiterin ihr Tempo während der gesamten Strecke nicht ein einziges Mal einschätzen konnte.

In der Einzelwertung stand Sandra Auffarth mit Opgun Louvo auf dem Siegertreppchen.
In der Einzelwertung stand Sandra Auffarth mit Opgun Louvo auf dem Siegertreppchen.Foto: dpa

Ein Hindernis im Gelände wurde gesperrt

Die Team-Olympiasiegerin konnte ihre Uhr beim Start nämlich nicht aktivieren, was bei einem Zeitlimit von sieben Minuten eine erschwerende Bedingung ist. „Ich wusste gar nicht, wie schnell ich war“, sagte sie. „Ich bin einfach nach Gefühl geritten.“ Für den deutschen Dreifach-Erfolg sorgten neben ihr ihre Mannschaftskollegen Ingrid Klimke aus Münster mit Escada (40,20) und Michael Jung aus Horb mit Sam (41,20).

Während der Geländeprüfung wurde allerdings ein Hindernis aus dem Programm gestrichen. Eine Doppelhecke, bei der Jayne Doherty mit ihrem Pferd Ravenstar zu Boden fiel. „Den Sprung hatten wir zehn Jahre lang im Kurs“, sagte der Parcours-Designer Rüdiger Schwarz. „Weil einige Pferde aber unglücklich hinüber gesprungen sind, haben wir ihn nach der sechsten Starterin heraus genommen.“ Der irischen Reiterin und dem Pferd geht es nach Angaben der Organisatoren jedoch ebenso gut wie der Neuseeländerin Lucy Jackson und Willy Do. Das Paar ist an der ersten Kombination der Geländestrecke gestürzt. Insgesamt gingen 42 Pferde bei Temperaturen über 30 Grad an den Start.

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