Sport : Christian Breuer: Ein schönes Leben und Hilfe für Kranke

Ernst Podeswa

"Wir Sportler haben doch das schönste Leben, das es gibt", sagt Christian Breuer. Er meint: gesund zu sein und das tun zu können, was Spaß macht. Dazu Leute kennen lernen, die Weite der Welt. Und Erfolg haben: So ist der 24-jährige Grefrather vor einer Woche Deutscher Meister im Eisschnelllaufen über 1000 m und 1500 m geworden. Nationale Rekorde gelangen ihm von 500 m bis 3000 m, im Kleinen wie im Großen Vierkampf. Bei den Olympischen Winterspielen 1998 in Nagano ist der Bundesgrenzschutz-Angehörige Neunter über 1500 m geworden.

Doch der junge Mann möchte ein wenig von seiner allgemeinen Zufriedenheit abgeben. "Ich habe mal einen Bericht über krebskranke Kinder gesehen. Da war eine 15-Jährige, die sagte, ihr größter Wunsch wäre es, einmal den Grand Canyon in den USA zu sehen. Denn sie wüsste nicht, ob sie überhaupt 21 Jahre alt werde..." Diese Aussage ist beim Eis-Allrounder, der am Sonnabend/Sonntag (jeweils 13 Uhr) beim Weltcup im Sportforum antritt, hängen geblieben. Zumal ein namhaftes Stuttgarter Unternehmen für Wander- und Reiseausstattung rund 20 der erkrankten Kinder einen Abenteuerurlaub in Norwegen spendiert hatte. Breuer rief also an und bot seine Mithilfe an. Er wolle mit Kollegen - so mit dem Berliner Eissprinter Michael Künzel - mittels einer Moutainbike-Tour durch Neuseeland Spenden zugunsten der Erkrankten akquirieren helfen.

Neuseeland deshalb, weil Breuer, der "lieber bei Wind und Wetter als in einer miefigen Turnhalle trainiert", seit einem Schüleraustausch Kontakte dahin hat. Und nach einem Besuch von "Postkarten-Landschaften" und "Vier-Stunden-Wanderungen an der Küste ohne eine Menschenseele" schwärmt. Inzwischen zieren zwei Sponsoren-Logos seine Mappe zu seinem sozialen Vorhaben mit Spendenaufruf, die der Computerfreak verschickt. "Wichtig ist, dass ich bis auf Materialsponsoring der zwei Firmen meine Reisekosten selber trage und die Spenden direkt auf das Konto der Stuttgarter Hilfsorganisation fließen." Die Tour soll im April über die Bühne gehen. Vorher möchte Breuer sein Können bei den Mehrkampf-Weltmeisterschaften der Allrounder wie der Sprinter sowie bei der EM der Mehrkämpfer und den Einzelstrecken-WM nachweisen. Das geht nicht ohne erfolgreiches Abschneiden beim Weltcup. Daher will er heute - ohne den Olympiasieger Adne Söndral und den Weltmeister Ids Postma - auf seiner Paradestrecke 1500 m "zumindest unter die ersten zehn kommen".

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