Sport : Christian Gimenez: Wie Herthas Stürmer gegen Hannover spielte

Sven Goldmann

Dass Christian Gimenez ein Stürmer von Gewicht ist, merkt sein Kollege Marko Pantelic spätestens nach zwölf Minuten. In halblinker Position kommt Herthas Serbe an den Ball, zieht in die Mitte, läuft noch zwei Meter und prallt dann mit Gimenez zusammen. Entschuldigend hebt der Argentinier die Arme – seine Laufwege fügen sich noch nicht so recht ins Berliner System. Darunter leidet in der Anfangsphase mancher Spielzug, aber am nachhaltigsten trifft das den Gegner aus Hannover. Nach Gilbertos Sololauf spurtet Gimenez einen Tick zu früh nach vorn, der Schiedsrichterassistent hebt die Fahne zum Signalisieren einer Abseitsstellung, aber er nimmt sie gleich wieder herunter. Gilbertos Pass findet nämlich den rechts postierten Cairo, sodass Gimenez nur im passiven Abseits steht. Die Hannoveraner verwirrt die unkonventionelle Rochade derart, dass sie für einen Augenblick alle Defensivbemühungen einstellen, was Pantelic zum 1:0 nutzt.

Dieses erste Berliner Saisontor hat Gimenez eher ungewollt eingeleitet, beim zweiten zeigt er, was er wert sein kann. Einen Pass von Pantelic stoppt er mit dem rechten Fuß, umspielt Cherundolo und schießt ansatzlos mit links. Den vom Pfosten zurück prallenden Ball schiebt Dardai ein zum 2:0. Mit jeder Minute findet der Mann aus Marseille besser ins Spiel, auch seine Laufwege harmonieren immer besser mit denen von Pantelic. Gimenez’ Laufstil ist keine ästhetische Offenbarung, er wirkt ein wenig hüftsteif, aber dieser Eindruck täuscht, in einigen komplizierten Szenen schirmt er geschickt den Ball ab. Das 3:0 von Pantelic leitet er mit einem Dribbling auf dem linken Flügel ein. Weil die kopflos-offensiven Hannoveraner ein so angenehmer Gegner zum Einspielen sind, bleibt Gimenez bis zum Schluss auf dem Platz. Um 17.17 Uhr endet ein viel versprechendes Heimdebüt.

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