• Christoph Daum: Calmund relativiert seine Unwissenheit / Bayer-Manager kannte Gerüchte um Daums Drogenkonsum

Sport : Christoph Daum: Calmund relativiert seine Unwissenheit / Bayer-Manager kannte Gerüchte um Daums Drogenkonsum

Reiner Calmund, Manager des Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen, hat seine Beteuerung, nie etwas von Christoph Daums angeblichem Drogenkonsum gewusst zu haben, relativiert. "Ich wusste von den Gerüchten, aber sie haben viereinhalb Jahre keine Rolle gespielt. Man muss doch nur mal zweieinhalb Monate zurück gucken. Da war Daum nach der EM noch der Messias des deutschen Fußballs", sagte Calmund. Er bestätigte, dass sich Daum in den USA einem neuen Drogentest unterziehen werde.

Derweil sträubt sich Bayer Leverkusen weiter, Rudi Völler dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) über den 31. Mai 2001 hinaus als Teamchef der Nationalmannschaft zur Verfügung zu stellen. "Es gibt definitiv keine Freigabe für Völler", betonte Calmund. Die Funktion, die der 40-Jährige bei Bayer in der nächsten Saison übernehmen soll, ist ungeklärt. Der Manager bestätigte zunächst, dass der derzeit als Teamchef in Leverkusen und bei der Nationalelf tätige Völler die entscheidende Rolle in den Bayer-Planungen für die Besetzung des Traineramts spiele. Man sei sich aber darüber im Klaren, dass Völler die Doppelbelastung nur begrenzt zumutbar sei. "Wir dürfen ihn nicht wie eine Zitrone auspressen und seine Gutmütigkeit ausnutzen", so Calmund. Gegenüber dem Fernsehsender RTL erklärte der Manager: "Völler wird in Leverkusen nicht Teamchef werden, er hat einen Vertrag als Sportdirektor, und diesen Posten würde er wieder übernehmen."

Genannt werden im Bayer-Umfeld als neue Teamchefs jetzt vor allem die Namen von Klaus Toppmöller (derzeit 1. FC Saarbrücken), Jupp Heynckes und Berti Vogts. Kontakte, die vom Ex-Bundestrainer Vogts nach Leverkusen schon in den beiden vergangenen Wochen geknüpft wurden, als Daum noch Cheftrainer war, wurden von Bayer-Finanzmanager Wolfgang Holzhäuser bestätigt. Vogts bekundet durchaus Interesse. "Es liegt an Bayer Leverkusen, eventuell mit mir Kontakt aufzunehmen", sagte er.

Den Geheimplan des DFB in der Frage des Bundestrainers durchkreuzte Bayern München. "Es war bei uns nie eine Frage, Ottmar Hitzfeld vor 2003 freizugeben. Wir alle freuen uns auf eine weitere Zusammenarbeit", sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß und reagierte damit auf den Plan des Verbandes, in der Bundestrainerfrage zunächst auf Teamchef Rudi Völler bis nach der WM 2002 in Japan und Südkorea bauen zu wollen, bevor Hitzfeld das Amt bis zur WM 2006 in Deutschland übernehmen soll.

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