Sport : Christoph Daum: Leverkusens Coach nicht mehr beleidigt

Mit seiner endgültigen Zusage hat der designierte Bundestrainer Christoph Daum nicht nur die tagelange Ungewissheit beendet, sondern zehn Tage vor dem Länderspiel in England auch bei Teamchef Rudi Völler für Erleichterung gesorgt. "Mir war klar, dass Christoph das machen wird. Aber ich bin froh, dass es jetzt raus ist. Ich hoffe, dass wir uns nun wieder auf das Sportliche konzentrieren können", sagte Völler, der am Donnerstag in Oberhausen sein Aufgebot für das wichtige WM-Qualifikationsspiel gegen die Engländer benennen wird.

Das hofft auch Task-Force-Chef Karl-Heinz Rummenigge. "Ich denke, dass es das jetzt gewesen ist", erklärte der Vizepräsident von Bayern München und zeigte sich auch nach den jüngsten Attacken von Leverkusens Manager Reiner Calmund gegen den Deutschen Meister nicht nachtragend: "Da wird nichts bleiben. Calli ist eben ein impulsiver Mensch. Er war unzufrieden."

Daum bestätigte indes noch einmal, dass er seinen Vertrag, der vom 1. Juni 2001 bis 2004 Gültigkeit hat, mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) in der nächsten Woche unterschreiben will. "Ich freue mich auf die Aufgabe", betonte der Bayer-Coach, der den Spekulationen zuletzt mit diversen Äußerungen selbst Tür und Tor geöffnet hatte. Einen genauen Termin für die Vertragsunterzeichnung gibt es noch nicht.

Der DFB steht weiterhin fest zu Daum, obwohl die Staatsanwaltschaft Köln gegen den künftigen Bundestrainer Vorermittlungen wegen des Verdachts des Betrugs und der Unterschlagung eingeleitet hat. Dabei geht es um eine Strafanzeige eines ehemaligen Geschäftspartners, der behauptet, Daum habe ihn um vier Millionen Mark Provision geprellt. Der designierte DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder bezeichnet den Bayer-Coach nach wie vor als "hochqualifizierten Mann und Glücksfall für den DFB".

Der Unterstützung seines Vereins kann sich Daum sicher sein. "Niemand, aber auch niemand darf an seiner Qualität zweifeln", sagte Finanzchef Wolfgang Holzhäuser, der zudem noch einmal die Angriffe gegen den FC Bayern verteidigte und dabei vor allem Stefan Effenberg angriff: "Wir sahen uns verpflichtet, Christoph Daum den Rücken zu stärken. Was sich Stefan Effenberg erlaubt hat, ist starker Tobak. Da muss man sich an den Kopf greifen, dass sich einer, der zweimal nein zur Nationalmannschaft gesagt hat, erdreistet, sich zu Wort zu melden."

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