Sport : Christoph Daum: Von der Geldstrafe bis zum Lizenzentzug

Christoph Daum droht nach dem Eingeständnis seines Kokain-Konsums möglicherweise der Verlust seiner Trainer-Lizenz. Wegen Verstößen gegen das Dopingverbot und gegen die Vorbildfunktion als Fußballlehrer stehe dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) "die ganze Bandbreite des Strafenkatalogs zur Verfügung, von einer hohen Geldstrafe bis hin zum Entzug der Trainerlizenz". So zitiert das Nachrichtenmagazin "Focus" den DFB-Chefankläger Horst Hilpert.

Am Rande des DFB-Hallen-Pokalfinales in Dortmund präzisierte Hilpert seine Aussagen. "Das ist schärfer wiedergegeben worden, als ich es gesagt habe. Tatsache ist, dass der Kontrollausschuss schon vor Monaten überlegt hat, ob er tätig wird. Im Moment gibt es aber keinen Anhaltspunkt, ein Verfahren einzuleiten", sagte Hilpert und fügte hinzu: "Nur wenn man nachweisen kann, dass Christoph Daum während eines Spiels oder im Training gedopt war, könnte man handeln. Christoph Daums Erklärung vom Freitag hat für uns keinen neuen Sachverhalt ergeben."

Der frühere Trainer des Bundesligisten Bayer Leverkusen und Fast-Bundestrainer hatte auf einer selbst einberufenen Pressekonferenz in der Domstadt gelegentlichen Kokain-Konsum im privaten Bereich eingestanden. Laut Hilpert will der DFB-Kontrollausschuss nun zunächst die Ermittlungen der Staatsanwaltschaften Koblenz und Köln abwarten. "Rein theoretisch kann es immer noch von einer Geldstrafe bis zum Lizenzentzug alles geben", sagte der DFB-Ankläger.

Ein möglicher Entzug der Trainerlizenz könnte auch arbeitsrechtlich bedenklich sein, da ein solcher Schritt in Deutschland quasi einem Berufsverbot gleichkäme. Der DFB hat aber die Möglichkeit, mit einer Verwaltungsentscheidung des Präsidiums eine Trainerlizenz einzuziehen, wenn es überzeugt ist, dass eine Person als Trainer nicht mehr tragbar sei.

Die Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren (DHS) hat Daum vorgeworfen, seinen Drogenkonsum zu verharmlosen. DHS-Geschäftsführer Rolf Hüllinghorst kritisierte im Saarländischen Rundfunk die Art und Weise der öffentlichen Drogenbeichte Daums vom Vortag. Zwar sei es richtig gewesen, den Kokainkonsum einzugestehen. Aber Daum habe auf der Pressekonferenz in Köln das Problem bagatellisiert, nach dem Motto "ist alles easy".

Daums Auftritt habe signalisiert: "Wenn man nur will und wenn man die richtigen Bedingungen hat, dann klappt das schon", kritisierte Hüllinghorst. Die allermeisten Rauschgiftkonsumenten seien jedoch viel stärker von Rückfällen bedroht. "Dieses Bagatellisieren macht mir Sorgen", sagte Hüllinghorst. Der Kampagne "Keine Macht den Drogen" empfahl er, auf Daums Angebot zur Mitarbeit vorerst zu verzichten: "Jetzt überzuspringen vom Konsum zur Prävention, das finde ich schon ein bisschen dreist und anbiedernd."

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben