Christopher Menz : Bei Matsch und Kälte dabei, aber wie lange noch?

Seit der Winterpause ist Christoph Menz beim 1. FC Union gesetzt. Auch gegen Aue wird der langjährige Unioner wieder dabei sein. Sein Verbleib über das Saisonende hinaus ist jedoch noch nicht sicher - sein Vertrag läuft aus.

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Wenn er mal am Boden liegt, dann liegt der Gegner unter ihm - Christoph Menz (oben) räumt seit der Winterpause im defensiven Mittelfeld von Union ab.
Wenn er mal am Boden liegt, dann liegt der Gegner unter ihm - Christoph Menz (oben) räumt seit der Winterpause im defensiven...Foto: dpa

Der Matsch und die Kälte können ihn nicht stoppen. Beherzt geht Christoph Menz dazwischen, immer und immer wieder. Solange, bis Trainer Uwe Neuhaus das Trainingsspiel beendet. Dann trottet Menz mit seinen Kollegen zum Auslaufen, Dreck klebt an seiner Hose. Der eisige Wind bläst ihm entgegen, die Wollmütze ist tief ins Gesicht gezogen. Der Defensivspieler des 1. FC Union lächelt trotzdem. Er hat derzeit auch allen Grund dazu.

Christoph Menz ist beim Berliner Zweitligisten bisher der sportliche Gewinner des neuen Kalenderjahres. Bei allen vier Spielen seit der Winterpause stand er in der Startelf. Auch, wenn der 1. FC Union im Stadion An der Alten Försterei Erzgebirge Aue (ab 18 Uhr im Liveticker) empfängt, wird Menz wieder von Beginn an dabei sein. Das war in dieser Saison nicht immer so. Während der Hinrunde kam er nur sporadisch zum Einsatz. Ein Mal durfte Menz anfangen, dazu kamen neun Einwechselungen, die meisten davon kurz vor Spielschluss. Keine leichte Zeit für den 24 Jahre alten Fußballer, der in den Jahren davor zum Stammpersonal zählte. „Es war das erste Mal, dass ich über einen längeren Zeitraum außen vor war“, sagt Menz, der die Situation als „sehr ungewohnt“ empfand. Der 1. FC Union hatte im Sommer mit Fabian Schönheim und Roberto Puncec zwei neue Innenverteidiger geholt, im defensiven Mittelfeld war Markus Karl gesetzt. Innenverteidigung und defensives Mittelfeld, das sind die Positionen, auf denen sich Menz am wohlsten fühlt.

Markus Karl ist nun weg, in der Winterpause zog es ihn zum 1. FC Kaiserslautern. Als es darum ging, wer Karl ersetzen soll, fiel die Wahl auf Michael Parensen. Der hatte in der Vergangenheit oft bewiesen, dass er vor der Abwehr sehr wichtig für die Mannschaft sein kann. Aber Parensen ist eben auch auf der linken Seite sehr wichtig für den 1. FC Union. Und Baris Özbek, als Karl-Ersatz verpflichtet, ist nach eineinhalb Jahren ohne Spielpraxis noch nicht fit. Im Gegensatz zu Menz, der sich im Training stets anbot. „Ich bin der Nutznießer von Markus’ Wechsel, aber ich habe auch hart dafür gearbeitet“, sagt Menz, der nun vor der Abwehr gesetzt scheint. „Ich bin mit seinen Leistungen zufrieden, er hat der Mannschaft geholfen“, sagt Trainer Uwe Neuhaus.

Für Menz könnte die Rückkehr ins Team zu keinem günstigeren Zeitpunkt kommen. Im Sommer läuft sein Vertrag aus, ein Abschied von der Alten Försterei galt lange als sehr wahrscheinlich. Das könnte sich nun ändern. Bisher haben aber noch keine Gespräche zwischen ihm und dem Verein stattgefunden. „Derzeit ist alles offen“, sagt Menz.

Seit dreizehn Jahren spielt er beim 1. FC Union, hat den Sprung von der Jugend in die erste Männermannschaft der Berliner geschafft. Das Image des Auszubildenden ist trotzdem haften geblieben. „Da ist was dran, irgendwie ist man immer der ewige Lehrling, wenn man aus der Jugend kommt“, sagt Menz. Die Anerkennung, die einem als gestandener Profi entgegengebracht wird, fernab von Köpenick wäre sie ihm wohl sicher. Viele Klubs in der zweiten oder dritten Liga könnten einen wie ihn gut gebrauchen. Schnell, antrittsstark und für sein Alter schon relativ erfahren – an Alternativen dürfte es Christoph Menz im Sommer nicht mangeln.

So weit will er aber noch nicht denken, „erst einmal interessiert mich nur, wie wir gegen Aue gewinnen können“. Gegen den Tabellenvierzehnten wird Menz wohl wieder für Kapitän Torsten Mattuschka absichern, der nach einer überstandenen Grippe vor der Rückkehr in die Mannschaft steht. „Das wird sicher wieder so ein Kampfspiel“, sagt Menz. Eines, wo bei Matsch und Kälte der gewinnt, der am beherztesten dazwischen geht. Beste Voraussetzungen also für Christoph Menz.

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