Sport : Chronik: Manipulation mit Folgen

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30. Mai 2004: Robert Hoyzer manipuliert erstmals ein Fußballspiel. Der Wuppertaler SV gewinnt in der Regionalliga 1:0 gegen Werder Bremen, das Tor fällt durch einen umstrittenen Elfmeter. Der Schiedsrichter erhält dafür nach eigenen Angaben aus dem Umfeld des Berliner Café King 4000 Euro.

5. Juni 2004 : Hoyzer verweigert dem FC St. Pauli im Regionalligaspiel bei Eintracht Braunschweig die Anerkennung von zwei Toren. Braunschweig siegt 3:2, Hoyzer erhält nach eigenen Angaben 8000 Euro und ein Fernsehgerät.

11. August 2004 : Wieder ein Regionalligaspiel: Schiedsrichter Dominik Marks aus Stendal erkennt beim 2:1 der Amateure von Hertha BSC über die Amateure von Arminia Bielefeld ein Bielefelder Tor nicht an und pfeift einen umstrittenen Elfmeter für die Berliner. Laut Hoyzer wurde Marks dafür mit 6000 Euro entlohnt. Marks bestreitet das.

21. August 2004: Robert Hoyzer pfeift das DFB-Pokalspiel zwischen dem Regionalligisten SC Paderborn und dem Bundesligisten Hamburger SV (4:2). Er gibt zwei unberechtigte Elfmeter für Paderborn. Für die Manipulation erhält er nach eigenen Angaben 20 000 Euro.

22. Oktober 2004: In der Zweiten Liga gibt Hoyzer einen unberechtigten Elfmeter, den LR Ahlen zum 1:0 über Wacker Burghausen nutzt. Hoyzer erhält nach eigenen Angaben 30 000 Euro.

3. Dezember 2004: Marks leitet das Zweitligaspiel Karlsruher SC – MSV Duisburg (0:3). Laut Hoyzer erhält Marks dafür 30 000 Euro. Marks bestreitet das.

19. Januar 2005: Die Schiedsrichter Fröhlich, Gräfe, Blumenstein und Zwayer informieren den DFB über ihren Verdacht, Hoyzer habe Spiele manipuliert.

21. Januar 2005: Der Kontrollausschuss konfrontiert Hoyzer mit den Vorwürfen. Dieser streitet alles ab.

27. Januar 2005: Über seinen Anwalt gibt Hoyzer Manipulationen zu.

28. Januar 2005: Razzia beim Café King, das als Zentrale der Drahtzieher hinter Hoyzer gilt. Die Brüder Ante, Filip und Milan S. sowie Geschäftsführer Tomislav C. werden festgenommen.

31. Januar 2005: Der SC Paderborn bestätigt, Kapitän Thijs Waterink habe vor dem Pokalspiel gegen den HSV 10 000 Euro von einem „südländisch anmutenden Mann“ erhalten und dieses Geld später unter seinen Kollegen aufgeteilt.

12. Februar 2005: Hoyzer wird in Untersuchungshaft genommen.

25. Februar 2005: Hoyzer wird aus der Untersuchungshaft entlassen.

14. März 2005: Der erste Fußballer wird festgenommen. Steffen Karl vom Chemnitzer FC gibt zu, dem damaligen Cottbusser Torwart Koch vor dem Zweitligaspiel zwischen Cottbus und Regensburg 15 000 bis 20 000 Euro versprochen zu haben, damit dieser freiwillig ein Tor kassiere. Koch hatte abgelehnt.

29. April 2005: Robert Hoyzer wird vom DFB lebenslänglich gesperrt.

18. Oktober 2005: Vor dem Landgericht Berlin beginnt der Prozess.

17. November 2005: Das Gericht verurteilt Ante S. zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und elf Monaten sowie Robert Hoyzer zu zwei Jahren und fünf Monaten. Dominik Marks sowie Filip und Milan S. erhalten Bewährungsstrafen zwischen zwölf und achtzehn Monaten. Gegen den Fußballer Steffen Karl, der die Vorwürfe bestreitet, wird ab dem 22. November weiterverhandelt. Tsp

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