Sport : CHRONIK

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: Robert Hoyzer manipuliert zum ersten Mal ein Fußballspiel. Der Wuppertaler SV gewinnt in der Regionalliga 1:0 gegen Werder Bremen, das Tor fällt durch einen umstrittenen Elfmeter. Der Schiedsrichter erhält dafür nach eigenen Angaben aus dem Umfeld des Berliner Café King 4000 Euro. Hoyzer behauptet, sein Assistent Felix Zwayer sei als Mitwisser mit 300 Euro entlohnt worden. Zwayer bestreitet das.

5. Juni 2004. Die zweite Manipulation: Hoyzer verweigert dem FC St. Pauli im Regionalligaspiel bei Eintracht Braunschweig die Anerkennung von zwei Toren. Braunschweig siegt 3:2, Hoyzer erhält nach eigenen Angaben 8000 Euro und ein Fernsehgerät.

11. August 2004: Wieder ein Regionalligaspiel: Schiedsrichter Dominik Marks aus Stendal erkennt beim 2:1 der Amateure von Hertha BSC über die Amateure von Arminia Bielefeld ein Bielefelder Tor nicht an und pfeift einen umstrittenen Elfmeter für die Berliner. Laut Hoyzer wurde Marks dafür von 6000 Euro entlohnt. Marks bestreitet das.

21. August 2004: Robert Hoyzer pfeift das DFB-Pokalspiel zwischen dem Regionalligisten SC Paderborn und dem Bundesligisten Hamburger SV. Er gibt zwei unberechtigte Elfmeter für Paderborn und stellt den Hamburger Emile Mpenza vom Platz. Für die Manipulation erhält er nach eigenen Angaben 20 000 Euro.

22. Oktober 2004: In der Zweiten Liga gibt Hoyzer einen unberechtigten Elfmeter, den LR Ahlen zum 1:0 über Wacker Burghausen nutzt. Hoyzer erhält nach eigenen Angaben 30 000 Euro.

3. Dezember 2004: Dominik Marks leitet das Zweitligaspiel Karlsruher SC – MSV Duisburg (0:3). Laut Hoyzer erhält Marks dafür 30 000 Euro. Marks bestreitet das.

19. Januar 2005: Die Berliner Schiedsrichter Lutz Michael Fröhlich, Manuel Gräfe, Olaf Blumenstein und Felix Zwayer informieren den DFB über ihren Verdacht, Hoyzer habe Spiele manipuliert. Der DFB-Kontrollausschuss leitet ein Ermittlungsverfahren ein.

21. Januar 2005: Der Kontrollausschuss konfrontiert Hoyzer mit den Vorwürfen. Dieser streitet alles ab.

22. Januar 2005: Der DFB informiert die Öffentlichkeit über den Verdacht gegen Hoyzer.

24. Januar 2005: In einem Interview mit „TV Berlin“ bricht Hoyzer sein Schweigen und beteuert, er habe nie manipuliert. Der HSV legt Protest gegen die Wertung des Pokalspiels in Paderborn ein.

27. Januar 2005: Über seinen Anwalt gibt Hoyzer Manipulationen zu.

28. Januar 2005: Die Staatsanwaltschaft befragt Hoyzer. Die Berliner Polizei durchsucht das Café King in der Rankestraße, das als Zentrale der Drahtzieher hinter Hoyzer gilt. Die Brüder Ante, Filip und Milan S. sowie Geschäftsführer Tomislav C. werden festgenommen.

31. Januar 2005: Der SC Paderborn bestätigt, sein Mannschaftskapitän Thijs Waterink habe vor dem Pokalspiel gegen den HSV 10 000 Euro von einem „südländisch anmutenden Mann“ in Empfang genommen und dieses Geld später unter seinen Teamkollegen aufgeteilt.

2. Februar 2005: Die Berliner Staatsanwaltschaft gibt bekannt, dass mindestens zehn Spiele der ersten, zweiten und dritten Liga sowie des DFB-Pokals im vergangenen Jahr manipuliert worden sein sollen. Sechs Vereine und 25 Personen sollen in die Vorgänge verstrickt sein. In einer Großrazzia werden 32 Wohnungen und Büros von 19 Beschuldigten durchsucht.

8. Februar 2005: Hoyzer tritt als Gast in der ZDF-Talkshow von Johannes B. Kerner auf und nennt Geldgier als Motiv für die Manipulationen.

11. Februar 2005: Der DFB spricht dem HSV eine Entschädigung von zwei Millionen Euro zu.

12. Februar 2005: Hoyzer wird in Untersuchungshaft genommen, weil er laut des Berliner Generalstaatsanwalts Karge Details verschwiegen hat.

15. Februar: Der DFB hebt die Wertung des von Hoyzer manipulierten Zweitligaspiels LR Ahlen gegen Wacker Burghausen auf und ordnet eine Wiederholung an. Ahlen war von Hoyzer bevorteilt worden und hatte die Partie 1:0 gewonnen. Gegen den Schiedsrichter Dominik Marks verhängt der DFB eine Vorsperre.

25. Februar 2005: Hoyzer wird aus der Untersuchungshaft entlassen.

14. März 2005: Der erste Fußballer wird festgenommen. Steffen Karl vom Chemnitzer FC gibt zu, dem damaligen Cottbusser Torwart Georg Koch vor dem Zweitligaspiel zwischen Cottbus und Regensburg 15 000 bis 20 000 Euro versprochen zu haben, damit dieser freiwillig ein Tor kassiere. Koch hatte abgelehnt.

29. April 2005: Robert Hoyzer wird vom DFB „wegen unsportlichen Verhaltens in acht Fällen“ lebenslänglich gesperrt und aus dem Fußball-Verband ausgeschlossen.

18. Oktober 2005: Vor dem Berliner Landgericht beginnt der Prozess gegen die Schiedsrichter Hoyzer und Marks, den Fußballspieler Steffen Karl sowie die mutmaßlichen Drahtzieher Ante, Filip und Milan S. Tsp

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