Claudia Pechstein : Nada lehnt Langzeittest ab

Die Nada lehnt eine Langzeitstudie bei der wegen Dopings gesperrten Claudia Pechstein ab. Es sei nicht möglich, sie rund um die Uhr lückenlos zu überwachen.

Benedikt Voigt
299489_0_ff9cab51.jpg
Rückschlag. Claudia Pechstein wollte mit Nada-Hilfe ihre Unschuld beweisen.Foto: dpa

Berlin - Vier Stunden lang haben sich am Mittwoch in Frankfurt drei Vertreter der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) mit Claudia Pechstein beraten, danach war klar: Die von der wegen Dopings gesperrten Eisschnellläuferin vorgeschlagene Langzeitstudie unter dem Dach der Nada ist nicht umsetzbar. „Wenn wir das Gütesiegel Nada vergeben sollen, müssen wir zu 100 Prozent ausschließen können, das während des Tests manipuliert werden kann“, sagt Nada-Justiziarin Anja Berninger. Eine solche 24-stündige lückenlose Quarantäne aber sei schlicht unmöglich. „Eine solche Überwachung kann man auch keinem Menschen zumuten“, sagt Anja Berninger.

Für Claudia Pechstein ist das ein Rückschlag im Kampf gegen ihre zweijährige Dopingsperre. Sie wollte mittels dieser Studie beweisen, dass die erhöhten Retikulozytenwerte in ihrem Blut eine natürliche Ursache haben. Der Weltverband ISU hatte sie aufgrund erhöhter Werte gesperrt. „Ich war bereit, mich allen von Experten aufgestellten Regularien zu unterziehen“, sagte Claudia Pechstein bedauernd, „natürlich ist es verständlich, dass die Nada eine Überwachung rund um die Uhr nicht leisten und mich nicht lückenlos überwachen kann.“ Ihr Manager Ralf Grengel sagt: „Es ist für den gegenwärtigen Anti-Doping-Kampf bezeichnend, dass zur Entlastung eines Athleten hundertprozentige Gewissheit vonnöten ist, für die Beschuldigung und eine Sperre hingegen ein einziges Indiz ausreicht.“

Welche Maßnahmen Claudia Pechstein nach dem gescheiterten Langzeittest ergreifen will, konnte Ralf Grengel noch nicht sagen. „Wir überlegen, ob und wie man unabhängig von der Nada ein Testprogramm anschieben kann, das aussagekräftig ist.“ Zudem sammelt Claudia Pechstein seit längerem weitere Werte über ihr Blutbild. „Wir haben seit geraumer Zeit medizinische Untersuchungen am Laufen“, sagt Grengel, „aber wir reden nicht über Ergebnisse in der Öffentlichkeit.“ Zuletzt hat der Internationale Sportgerichtshof Cas ihrem Einspruch gegen eine Trainingssperre stattgegeben. Im Oktober wird der Cas ihren Fall im Hauptverfahren entscheiden.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben