Claudia Pechstein : Zurück auf dem Eis

Die wegen Dopings gesperrte Claudia Pechstein darf wieder an allen Trainingsmaßnahmen teilnehmen. Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat ihrem Eilantrag stattgegeben.

Benedikt Voigt

Berlin - In der kommenden Woche darf Claudia Pechstein wieder die Eissporthalle im Sportforum Hohenschönhausen betreten. Am Montag oder Dienstag, den genauen Trainingsplan von Trainer Bart Schouten hat sie noch erhalten. Zuletzt hat sie sich mit Krafttraining, Rollerski-Fahren und Radfahren fit gehalten, weil sie nach ihrer Doping-Sperre wegen auffällig hoher Retikulozyten-Werte nicht mehr an den offiziellen Trainingsmaßnahmen der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft teilnehmen durfte. Nun aber steht fest: Claudia Pechstein darf wieder mit den von Bart Schouten betreuten Männern auf dem Eis trainieren.

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat ihrem Eilantrag auf Zulassung zu allen Trainingsmaßnahmen stattgegeben. „Mit Blickrichtung auf die Olympischen Spiele wird natürlich einiges leichter, als Einzelgänger ist es fast unmöglich, sich in Topform zu bringen“, sagt Claudia Pechstein in einer Pressemitteilung ihres Managements. Sie wertet den juristischen Erfolg als „wichtigen Zwischenschritt auf dem Weg zu meinem Freispruch“. Zwar hat der Cas dem zweiten Teil ihres Antrages, der Zulassung zu den Wettbewerben, nicht stattgegeben. Trotzdem sind ihr die drei Richter entgegengekommen, indem sie das Hauptsacheverfahren mit der Anhörung aller Gutachter auf Oktober terminiert haben. Ursprünglich sollte es erst im Dezember stattfinden, wenn die Saison längst im Gange ist. Sollte die fünfmalige Olympiasiegerin im Hauptsacheverfahren freigesprochen werden, könnte sich die 37-jährige Berlinerin bereits am 13. bis 15. November in Heerenveen für die Olympischen Spiele in Vancouver qualifizieren. Andernfalls ist ihre Karriere beendet.

Das Pechstein-Lager sieht in dem Teilerfolg des Eilantrages ein Indiz dafür, auch im Hauptsacheverfahren erfolgreich sein zu können. „Der Beschluss ist ein nicht unwichtiger Fingerzeig für den weiteren Verfahrensausgang“, sagte Pechsteins Anwalt Simon Bergmann, „der Cas musste bei seiner Entscheidung auch überprüfen, ob das Berufungsverfahren hinreichende Erfolgsaussichten hat.“ Zumal dieselben drei Cas-Richter auch für das Hauptverfahren verantwortlich sein werden.

Weiterhin versucht Claudia Pechstein den Beweis zu erbringen, dass ihre erhöhten Retikulozyten-Werte natürliche Ursachen haben. Dazu trifft sie sich demnächst mit der Nationalen Antidoping-Agentur, von der sie sich Unterstützung bei einem Langzeittest erhofft. „Zwar bin nicht ich, sondern der Verband in der Beweispflicht“, wird sie in der Pressemitteilung zitiert, „doch es geht mir nicht nur um einen Freispruch, sondern auch darum, meinen guten Ruf wiederherzustellen.“ Laut ihrem Manager Ralf Grengel sollte dieser Langzeittest wegen der besseren Vergleichbarkeit in ihrer Trainingsphase stattfinden. Die nun Montag oder Dienstag anfängt.

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