Sport : Comeback in den Alltag

Bei der Vorbereitung aufs Pokalfinale gelingt Dortmund mit 2:1 gegen Bayer Leverkusen mal wieder ein Sieg

Felix Meininghaus

Dortmund - Es gibt in diesem Monat nur einen Termin, der in Dortmund wirklich von Belang ist: Dem 19. April, an dem das Pokalfinale gegen Bayern München stattfindet, fiebert eine ganze Stadt entgegen. Aufgaben im Punktebetrieb werden dabei zu Begegnungen mit Vorbereitungscharakter degradiert. „Dass wir den Ligaalltag vergessen, das darf nicht sein“, hat Stadionsprecher Norbert Dickel vor Beginn des Spiels gegen Bayer Leverkusen den 69 400 Zuschauern zugerufen. Die Profis haben seinen flammenden Appell erst in der Schlussphase beherzigt. Der BVB gewann 2:1 (0:0), weil er sich immerhin in den letzten zehn Minuten seiner kämpferischen Qualitäten besann.

Dagegen sind sich die Leverkusener nach vier Niederlagen in Folge selbst ein Rätsel: „Ich weiß nicht, was los ist“, sagt Stürmer Stefan Kießling, „wir trauen uns einfach nichts mehr.“ Trainer Michael Skibbe hatte „beileibe kein gutes Spiel“ gesehen, „aber eine dramatische Endphase“. Tatsächlich tat sich 45 Minuten lang nichts, bis Dortmunds Torhüter Marc Ziegler einen unglaublichen Querschläger produzierte. Eine ideale Vorlage für Kießling, der nur noch einzuschieben brauchte. Es war der unrühmliche Höhepunkt einer Vielzahl an Fehlleistungen, die der BVB bis zu diesem Zeitpunkt aneinanderreihte. Der Torhüter sprach später von einem „kapitalen Fehler, über den ich mich selbst am meisten ärgere“.

Für einen Hauch von Glanz sorgte allenfalls der eingewechselte Alexander Frei. In der 78. Minute zirkelte der Dortmunder Stürmer einen Freistoß an den Pfosten, sechs Minuten vor dem Schlusspfiff erzielte er nach Flanke von Dede mit einer schönen Direktabnahme den Ausgleich. Und in der Nachspielzeit drehte der BVB das Spiel gar noch: Ein Flachschuss von Dede rauschte durch die Beine von Bayers Torhüter René Adler. „Riesenkompliment an meine Jungs“, sagte Dortmunds Trainer Thomas Doll, „sie haben an sich geglaubt und sind zurückgekommen.“Felix Meininghaus

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