Sport : Comeback missglückt

Alexander Leipold war mit Medaillenträumen angereist, doch das Comeback des früheen Weltmeisters auf der internationalen Ringer-Bühne ist schneller als erwartet zu Ende gegangen. Der 32-Jährige, dem der Olympiasieg von Sydney wegen Nandrolon-Dopings aberkannt worden war, ist nach seiner einjährigen Sperre bei der Freistil-WM in Sofia bereits nach der Vorrunde ausgeschieden.

"Das ist zwar ärgerlich, aber ich bin noch an der Weltspitze dran. Das gibt mir Mut und Kraft für Olympia 2004", sagte Leipold. Der 7:5-Sieg des Georgiers Rezo Mindoraschwili gegen Wolodimir Sirotin aus der Ukraine besiegelte am Freitag das Aus des Schifferstädters in der Klasse bis 76 kg. "Fünf Wochen in der Bundesliga als Vorbereitung reichen eben nicht aus, jetzt ist die EM im kommenden Jahr mein nächstes großes Ziel", sagte Leipold. Den Sprung in die Runde der letzten acht konnte er schon nach seiner 2:3-Auftaktniederlage am Donnerstag gegen den international unbekannten Mindoraschwili nicht mehr aus eigener Kraft schaffen. Nach seinem 5:3-Erfolg im zweiten Kampf gegen Sirotin musste der Weltergewichtler auf einen Sieg des Ukrainers gegen Mindoraschwili hoffen, doch Sirotin tat ihm diesen Gefallen nicht.

Der Weg zurück in die absolute Weltspitze ist steinig. Diese Erfahrung machte der dreifache Weltcupsieger im Erstrundenkampf gegen Mindoraschwili. "Ich bin im Kampf davon ausgegangen, das ich nur einen Punkt zum Ausgleich bräuchte, doch unmittelbar vor Schluss sah ich, das ich zwei Punkte Rückstand hatte", sagte Leipold. Im zweiten Kampf drohte gegen den relativ unbekannten Ukrainer Wolomir Sirotin beim Stande von 0:3 fast eine Demontage des Ex-Weltmeisters. Während Leipold nach einem gelungenen Hüftschwung des Gegners nur den Kopf schüttelte, hielt es seinen ehemaligen Coach und heutigen Sportdirektor des Deutschen Ringer-Bundes (DRB), Wolfgang Nitschke, nicht mehr auf dem Tribünensitz. Er stürzte zur Matte und brüllte seinen Vorzeigeathleten mit allen verbalen Mitteln zum Sieg.

"Für mich war es eine sehr bekannte Stimme, die mich schon oft zu Siegen getrieben hatte", bekannte Leipold, und Nitschke fand, "dass der Sieg ganz wichtig für seine Psyche war. Das war fast schon wieder der alte Alex." Ihn und Leipold verbindet mehr als nur eine Trainer-Sportler-Beziehung. Seit einem Jahrzehnt arbeiten die beiden auf und neben der Matte zusammen. Mit dem Sieg im olympischen Finale in Sydney verwirklichten sich beide einen Lebenstraum. Dann kam der Sturz vom Olymp. "Ich bin mit Alex die Erfolgsleiter hoch gestiegen, ich werde sie mit ihm notfalls auch hinabsteigen", hatte der Leipziger Nitschke damals prophezeit. Mittlerweile haben sie die erste Sprosse wieder hinter sich gebracht. Die Welt der Ringer nahm Leipold freundlich auf: Von seinen Gegnern gab es reihenweise Glückwünsche und Schulterklopfen.

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