Sport : Comeback mit Handicap

Trotz Verletzung spielt Ricard Persson wieder für die Eisbären

Claus Vetter

Berlin. Als Kotrainer der kanadischen Eishockey-Nationalmannschaft hatte Pierre Pagé nicht nur Freude. Das Team belegte am Wochenende beim Deutschland-Cup in Hannover den letzten Platz. Für den Disziplin-Fan Pagé war es mitunter hinter den Kulissen ein wenig zu gemütlich. Als Pagé einen morgendlichen Spaziergang um sein Hotel machte, kam ihm einer seiner Spieler entgegen. Nicht einfach so, „sondern mit seinen zwei Hunden, die er ausgeführt hat“, berichtet der Coach der Eisbären.

Derart leger geht es bei Pagés Team in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) an sich nicht zu. Erst recht nicht, wenn ein wichtiges Spiel auf dem Programm steht. Heute kommen die Mannheimer Adler ins Sportforum (19.30 Uhr, live auf Premiere), da wurde gestern natürlich kräftig trainiert – sollte man meinen. Tatsächlich war die Eisfläche leerer als sonst. Der kanadische Geist von Hannover? Nein, da die Hälfte der Spieler am Wochenende in verschiedenen Nationalmannschaften beschäftigt waren, hatten einige Berliner gestern einen freien Tag. Dafür war ein teilnehmender Akteur bei der Übungseinheit am Mittwoch besonders eifrig: Ricard Persson. Der Eisbären-Kapitän kommt heute zu seinem Saisondebüt. Im Trainingslager in Schweden brach sich der – vergangene Spielzeit beste – Berliner Verteidiger einen kleinen Finger. „Ricard hat so viel Charakter“, sagt Pagé. „Seine Kondition ist Weltklasse. Leider ist er noch nicht zu 100 Prozent fit.“ Persson nimmt es mit Humor. „Die Hand ist zwar noch nicht zu 100 Prozent in Ordnung, aber ich bin zu 100 Prozent in Ordnung“, sagt er. „Ich habe noch nicht das richtige Gefühl in der Hand, die Finger sind oft taub.“

Das Comeback Perssons kommt für die Eisbären zum rechten Zeitpunkt, denn vor der Pause in der DEL hinterließen die Berliner beim 1:4 gegen Nürnberg nicht eben den besten Eindruck. Dass ausgerechnet Mannheim der richtige Aufbaugegner ist, bezweifelt der Schwede Persson aber. „Die sind angeschlagen und daher ganz gefährlich“ – und kommen ohne zwei ihrer Stars nach Berlin: Stürmer Stefan Ustorf und Verteidiger Ives Racine wurden vor zwei Wochen von ihrem Klub suspendiert. Nationalspieler Ustorf wird seitdem mit den Eisbären in Verbindung gebracht, mehr aber noch nicht. „Stefan hat sich mit Mannheim noch nicht geeinigt“, sagt Eisbären-Manager Peter John Lee. „Allerdings führt er dort nur noch kleinere Diskussionen.“ Wenn die vorbei sind, wollen die Eisbären Ustorf ein offizielles Angebot unterbreiten. „Stefan kann uns helfen, er würde unsere Chance auf den Meistertitel erhöhen“, sagt Lee.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben