Comeback : Owomoyela: "Die richtige Zeit für einen Neuanfang"

Nach seiner Verletzungskrise ist Patrick Owomoyela zurückgekehrt. Durch Werders Verletzungsproblem gehört Owomoyela wieder zur Startelf und beginnt seinen zweiten Anlauf nach dem "freien Fall".

Bremen - Dass es für Patrick Owomoyela ein Neuanfang sein soll, ist schon an den Haaren zu erkennen. Die Zeit der auffälligen Rasta-Locken ist vorbei, das Comeback startete der fast ein halbes Jahr verletzte Fußball-Nationalspieler mit einer ungewohnten Kurzhaar-Frisur. "Ich bin einfach nur froh, wieder dabei zu sein", sagt der 27-jährige Defensiv-Spezialist von Werder Bremen, der nach der schlimmsten Krise seiner Karriere allmählich Anschluss findet.

Owomoyela war lange der lustige Spätstarter, der nicht nur wegen seiner Zottelfrisur als flippiger Typ galt. Nach Regionalliga-Stationen in Lüneburg, Osnabrück und Paderborn schaffte er erst in Bielefeld den Sprung in die Bundesliga und sogar ins Nationalteam, ehe er vor zwei Jahren zu Werder ging und sich auch in der Champions League einen Stammplatz sicherte. "Es ging bis dahin nur bergauf", erinnert sich Owomoyela. Er habe "alles wie ein Märchen erlebt".

Klinsmann nominierte ihn nicht zur WM

Doch dann kam es knüppeldick, er fühlte sich zwischenzeitlich "wie im freien Fall". Zu seiner großen Überraschung nominierte ihn Jürgen Klinsmann nicht für die Weltmeisterschaft, dann verletzte er sich zu Beginn der neuen Saison am Sprunggelenk. Und als er im Trainingslager für die Rückrunden-Vorbereitung endlich wieder Anschluss gefunden hatte, brach die Verletzung erneut auf. Erneut begann die Zeit des Wartens und des Zweifelns.

Erst Anfang April beim Uefa-Cup-Spiel in Alkmaar absolvierte der gebürtige Hamburger sein erstes Spiel über 90 Minuten seit dem Pokal-Aus gegen Pirmasens im September vorigen Jahres. Durch die vielen Verletzungen rutschte Owomoyela, dessen Position als rechter Außenverteidiger inzwischen Clemens Fritz übernommen hatte, in die Bremer Startelf. Wie sehr er es genoss, wieder dabei zu sein, war nach der soliden Partie nicht zu übersehen.

"Owo" - nur ein Notnagel?

"Owo", wie er von Fans und Mitspielern gerufen wird, will es jetzt noch mal wissen. Die neue Frisur war dabei nur ein Signal, "nicht für die Außenwelt, sondern für mich. Es war die richtige Zeit für einen Neuanfang - und jeden Morgen vor dem Spiegel sehe ich: Etwas ist anders." Durch die schwere Zeit habe er "herausgefunden, was mir wirklich wichtig ist". Er scheint gereift und ernsthafter geworden zu sein. Dass er sich hinter dem zum Nationalspieler avancierten Fritz einreihen muss und nur dank der Verletzungen von Teamkollegen ein "Notnagel" auf der ungewohnten linken Seite ist, stört ihn nicht. "Ich habe eine ganz schwierige Phase hinter mir. Deshalb bin ich mit meinen Ansprüchen sehr vorsichtig und werde einen Teufel tun, irgendetwas zu fordern."

Mehr Einsatzzeiten als unter normalen Umständen bekommt er durch die vielen Ausfälle und die vielen Spiele der Bremer. "Natürlich kosten diese Einsätze von Beginn an sehr viel Kraft, aber sie bringen mich auch weiter", sagt er. Dabei hat Owomoyela vor allem beim 2:0 in Dortmund bewiesen, dass er sich als Linksverteidiger nicht verstecken muss - zumal er auch den Treffer von Miroslav Klose vorbereitet hat. (tso/dpa)

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