• Comedian Matze Knop über Carlo Ancelotti: "Meine linke Augenbraue ist noch sehr entspannt"

Comedian Matze Knop über Carlo Ancelotti : "Meine linke Augenbraue ist noch sehr entspannt"

Der FC Bayern München spielt am Samstag im westfälischen Lippstadt. Ein Interview mit einem, der beides bestens kennt: Comedian Matze Knop. Er schaut sich Trainer Carlo Ancelotti genau an.

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Die Braue Gottes: Carlo Ancelotti bei seiner Präsentation als Bayern-Trainer.
Die Braue Gottes: Carlo Ancelotti bei seiner Präsentation als Bayern-Trainer.Foto: Andreas Gebert/dpa

Matze Knop hat manches mit Karl-Heinz Rummenigge gemein: die Leidenschaft für den Fußball, die Verbundenheit zum FC Bayern München und die Heimat Lippstadt. Doch während der Bayern-Präsident heute vor allem Funktionär ist, spielt der 41-jährige Comedian neben seinen Bühnen- und TV-Auftritten immer noch für Rot-Weiß Horn als Verteidiger in der Kreisklasse. Beruflich muss er sich jetzt umstellen: von der Guardiola-Parodie auf den neuen Bayern-Coach.

Herr Knop, wie geht es Ihrer linken Augenbraue? Sie studieren doch sicher schon Carlo Ancelotti ein.

Meine linke Augenbraue ist noch sehr entspannt. Während meine rechte Augenbraue sich noch in der Erholungsphase befindet. Da musste ich mir neulich die Motte von Cristiano Ronaldo entfernen lassen. Natürlich beobachte ich Ancelotti schon eine ganze Weile. Allerdings muss ich noch abwarten, in welcher Sprache er hauptsächlich sprechen wird. Bei der ersten PK war ich damit beschäftigt, seine "Ähs" zu zählen. Grundsätzlich finde ich es aber äußerst sympathisch, wenn sich jemand mit der jeweiligen Landessprache seines Vereins auseinandersetzt.

Welchen Eindruck hatten Sie von ihm bei dieser ersten Bayern-Pressekonferenz?

Ich hatte das Gefühl, dass er sich sehr auf seine Aufgabe freut und auch ganz gespannt ist, was die Bundesliga so zu bieten hat. Er hat ja gesagt, er freut sich unheimlich drauf, dass er beim FC Bayern mit Menschen zusammenarbeiten darf, die selbst professionell Fußball gespielt haben. Ich glaube, dass er für den FC Bayern eine gute Wahl ist.

Der Auftritt war eher zurückhaltend, überwiegend auf Englisch – wo können Sie als Parodist bei Ancelotti anknüpfen?

So genau kann ich Ihnen das noch gar nicht sagen. Ich muss noch ein bisschen abwarten, wie er sich letztlich im Bundesliga-Alltag präsentiert, welche Sprache er meistens benutzen wird. Was sind seine markanten Details? Generell wird er aber auf jeden Fall seinen italienischen Akzent beibehalten. Damit habe ich ja dank Luca Toni bereits Erfahrungen gesammelt. Die nötigen Vokabeln hab ich also schon drauf.

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Am Samstag findet in Ihrer Heimat Lippstadt Ancelottis erstes Bayern-Spiel statt. Worauf muss er sich dort gefasst machen?

Er er kann sich auf unglaublich erwartungsfrohe und sicher auch aufgeregte, dem FC Bayern gegenüber sehr positiv eingestellte Lippstädter Fußballfans einstellen. Für unsere kleine Stadt ist das ein absolutes Highlight. Wir durften ja vor einigen Jahren schon die Premiere von Jürgen Klinsmann erleben. Ich hoffe, für Ancelotti ist sein Einstieg hier ein besseres Omen als für Klinsmann, der ja nicht lange blieb. Ancelotti spielt aber auch im nagelneuen Stadion am Bruchbaum. Stimmen sagen, es hätte Zweitliga-Niveau.

Bei Klinsmanns Bayern-Debüt in Lippstadt 2008 standen Sie als Kaiser Franz am Spielfeldrand – sind Sie auch diesmal dabei?

Selbstverständlich. Allerdings in meiner Rolle als Matze Knop. Als ehemaliger Spieler des SV Lippstadt und als Parodist diverser Bayern-Akteure ist kaum einer als Experte so geeignet wie ich.

Viele kantige Trainer-Typen gibt es in der Bundesliga nicht mehr. Vermissen Sie schon Pep Guardiola?

Nein, er wird ja in meinem Standup-Comedy-Programm "Diagnose Dicke Hose" weiterhin präsent sein und täglich auflaufen. Dafür hat er genügend markante Spuren hinterlassen. Spätestens seit Jürgen Klopp in der Premier League aufgeschlagen ist, ist aber auch die englische Liga für uns relevant.

Muss nicht Uli Hoeneß schon aus humoristischen Gründen als Bayern-Präsident zurückkehren?

Das bleibt ihm selbst überlassen. Ich denke, dass Uli Hoeneß zum FC Bayern gehört, wie kaum ein anderer. Ich würde mich freuen, wenn er zurückkehrt. Aber selbst wenn er sich dagegen entscheidet, haben der FC Bayern und die Bundesliga genug Humorpotenzial zu bieten.

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