Confed-Cup : Australien mag die Außenseiterrolle

Sie halten den Weltrekord für den höchsten Sieg, spielen international aber nur eine Nebenrolle: Australiens Fußballer sind beim Confederations Cup die großen Außenseiter.

Hamburg (04.06.2005, 17:17 Uhr) - Der WM-Testlauf ist für die «Socceroos» eine willkommene Gelegenheit, um gegen die besten Teams der Welt Spielpraxis zu sammeln für die entscheidenden Partien in der WM-Qualifikation. «Für uns steht die Weltmeisterschaft 2006 an erster Stelle. Da wollen wir hin. Gegner wie Deutschland und Argentinien sind für uns deshalb jetzt ganz wichtig», sagte Stürmer Paul Agostino vom Zweitligisten TSV 1860 München.

Neben der DFB-Elf (15. Juni/Frankfurt) und den Südamerikanern (18. Juni/Nürnberg) trifft Australien in der Gruppe A noch auf Tunesien (21. Juni/Leipzig). Das Erreichen des Halbfinales scheint unmöglich, doch Agostino verrät das Rezept der Kicker vom fünften Kontinent: «Unser Motto heißt 'keine Sorge, Kumpel' - und blamieren werden wir uns sicher nicht.»

Auch Mark Schwarzer, ehemals Torwart des 1. FC Kaiserslautern mit deutschen Vorfahren, gibt sich locker. «Wir haben schon bewiesen, dass wir die stärksten Gegner zum Stolpern bringen können.» Der größte internationale Erfolg neben der bislang einzigen WM-Teilnahme 1974 gelang beim Confederations Cup 1997, als in Saudi-Arabien Frankreich bezwungen wurde und sich Brasilien erst im Finale (0:6) als zu stark erwies.

Einem Gegner aus Südamerika müssen sich die «Aussies» auch im November stellen, wenn es in zwei Playoff-Spielen um die WM-Teilnahme geht. Das kontinentale Finale gegen die Salomon Inseln dürfte zuvor keine Hürde sein, denn in Ozeanien haben die Australier keine Konkurrenz. Das 31:0 gegen Amerikanisch Samoa im April 2001 ist der höchste Länderspiel-Sieg der Fußball-Geschichte. Um durch Spiele gegen stärkere Gegner konkurrenzfähiger zu sein, werden die Australier zur nächsten WM-Qualifikation in der Asien-Zone antreten.

Einziges Vorbereitungsspiel für den Confed-Cup ist das Duell mit Neuseeland am 9. Juni in London. Dort hat Nationaltrainer Frank Farina fern der Heimat ein Büro eingerichtet. Mehr als 100 Australier, darunter die Top-Stars Harry Kewell (FC Liverpool) und Mark Viduka (FC Middlesbrough), verdienen in Europas Ligen ihr Geld. (Von Arne Richter, dpa) (tso)

0 Kommentare

Neuester Kommentar