Confed-Cup : Tunesien hofft auf Überraschungs-Coup

Für Deutschland ist Tunesien in der Fußball-Welt nicht gerade ein Angstgegner. Dennoch sollte das Team von Jürgens Klinsmann beim Confederations-Cup vor den Afrikanern, die in der Vorrunde zudem auf Argentinien und Australien treffen, gewarnt sein.

Düsseldorf (04.06.2005, 17:36 Uhr) - Die Tunesier trotzten den Alemannen bei der WM 1978 in Argentinien ein torloses Remis ab. Damals gab es mit 3:1 über Mexiko den ersten und bisher einzigen WM-Sieg der «Adler von Karthago.»

1998 und 2002 beendeten sie die WM-Endrunden stets ohne Erfolg. Dank ihres Star-Trainers Roger Lemerre, der 2000 mit Frankreich Europameister wurde, aber 2002 bei der WM in Asien mit der «Equipe Tricolore» schon in der Vorrunde rausflog, hat Tunesien nun trotz eines nicht optimalen Starts gute Aussichten auf die Qualifikation für die WM 2006 in Deutschland.

Beste Empfehlung ist der Anfang 2004 im eigenen Land zum ersten Mal gewonnene Afrika-Cup. Im Finale besiegte der Gastgeber Marokko 2:1. Zum Shooting Star im Lemerre-Team wurde dabei Francileudo Dos Santos Silva, genannte Silva. Der in Brasilien geborene Torjäger vom französischen Erstligisten FC Sochaux hatte erst kurz zuvor die tunesische Staatsbürgerschaft angenommen. Interessant dürfte auch der Auftritt des gerade vom 1. FC Nürnberg geholten Mittelfeldakteurs Jawhar Mnari werden. «Ich freue mich auf die Herausforderung in Europa», sagte Mnari, den FCN-Coach Wolfgang Wolf für «hungrig genug» hält, um beim Confed-Cup und in der Bundesliga für Furore zu sorgen.

Der Juni ist für Tunesien der «Monat der Wahrheit». Dabei stehen die WM-Ausscheidungsspiele in Botswana und gegen Guinea (4./11. Juni) im Mittelpunkt. Siege sind Pflicht, da Tunesien in der Gruppe 5 mit acht Punkten nur Vierter ist. Danach folgt der Confed-Cup mit Partien gegen Argentinien (15. Juni), Deutschland (18. Juni) und Australien (21. Juni). «Für Tunesien ist die Teilnahme an dem Turnier ein Traum», sagte Lemerre. Und ergänzte: «Klar, von der Logik her müssten uns Argentinien und Deutschland schlagen, aber man kann nie wissen.» (Von Andreas Schirmer, dpa) (tso)

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