Copa América : Brasilien nach Elfmeterkrimi gegen Uruguay im Finale

Die Fußballnationalelf von Brasilien hat das Endspiel der Copa América in Venezuela nach einem Elfmeterkrimi erreicht. Nach der regulären Spielzeit hatte es 2:2 gestanden.

Fußball Copa América Brasilien
Brasilianische Spieler bejubeln den Treffer zum 1:0 durch Maicon. -Foto: dpa

CaracasDie Fußballnationalelf von Brasilien hat das Endspiel der Copa América in Venezuela nach einem Elfmeterkrimi erreicht. Der Titelverteidiger bezwang am Dienstagabend in Maracaibo die Auswahl von Uruguay mit 5:4. Nach 90 Minuten hatte es im ersten Halbfinale des Turniers 2:2 (2:1) gestanden. Der zweite Finalist wird am Mittwoch im Duell zwischen Argentinien und Mexiko ermittelt. Das war ein Zittersieg, aber wer die Nervenanspannung nicht aushalten kann, der soll zu Hause bleiben, meinte Nationalcoach Dunga sichtlich erleichtert.

Hertha-Profi Gilberto verwandelte sicher

Brasilien stand vor rund 45.000 Zuschauern im ausverkauften José Pachencho Romero bereits mit einem Bein draußen, nachdem Fernando beim sechsten Elfmeter der Seleção den Ball gegen den Pfosten geschossen hatte. Der Uruguayer Pablo García zeigte allerdings Nerven und traf ebenfalls den Pfosten. In der 7. Serie fiel dann die Entscheidung: Der Hertha-Profi Gilberto verwandelte sicher, und Brasiliens Torwart Doni hielt danach den schwachen Schuss von Innenverteidiger Diego Lugano ohne Probleme.

Glück für Brasilien allerdings, dass der kolumbianische Schiedsrichter Oscar Ruiz nicht sah, dass Doni noch vor dem Schuss mindestens drei Schritte nach vorne gemacht hatte. Der Ausgang des Spiels war eine Neuauflage der Copa 2004 in Peru, als die Brasilianer den zweifachen Weltmeister Uruguay ebenfalls im Halbfinale im Elfmeterschießen ausschalteten, bevor Argentinien im Finale auch vom Elfmeterpunkt aus geschlagen wurde.

Stadionbeleuchtung fiel aus

In der regulären Spielzeit hatten Maicon (12.) und Julio Baptista (39.) den fünffachen Weltmeister in einer ausgeglichenen Partie zwei Mal in Führung gebracht. Diego Forlán (35.) und der nach der Pause eingewechselte Sebastián Abreu (69.) glichen jeweils für Uruguay aus. In der ersten Halbzeit musste die Begegnung beim Stand von 1:0 für Brasilien wegen eines Ausfalls der Stadionbeleuchtung für 13 Minuten unterbrochen worden.

Bei den Brasilianern zeigten die Herthaner Gilberto und Minero erneut solide Leistungen. Der Bremer Spielmacher Diego wurde 17 Minuten vor Schluss eingewechselt und konnte kaum Akzente setzen, verwandelte seinen Elfmeter aber sicher. Der Schalker Darío Rodríguez war auf Seiten der Hellblauen leicht angeschlagen ins Halbfinale gegangen, spielte aber ohne Probleme durch.

Chiles Nationalcoach Acosta erklärt Rücktritt

Kurz zuvor hatte der chilenische Nationaltrainer Nelson Acosta seinen Rücktritt bekannt gegeben. "Ich gebe meinen Posten auf, so
dass in Ruhe und ohne Zeitdruck ein Nachfolger gefunden werden kann", sagte der Uruguayer nach der Rückkehr von der Copa. Chile hatte im Viertelfinale eine 1:6-Niederlage gegen Brasilien kassiert.

Die Copa América wird seit 1916 ausgetragen und ist damit das älteste Turnier der Welt. Uruguay gewann das Turnier ebenso wie Argentinien 14 Mal. Brasilien, das nur sieben Mal triumphierte, kann nun die Distanz zu den beiden Erzrivalen vom Rio de la Plata verkürzen. (mit dpa)

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