Copa América : Brasilien quält sich ins Viertelfinale

Mit einem Tor von Robinho hat sich Brasilien doch noch für das Viertelfinale des Copa América qualifiziert. Die "Seleção" wirkte wieder einmal behäbig und wurde minutenlang ausgepfiffen.

Robinho
Retter Robinho: Alle vier Tore für Brasilien gehen auf sein Konto. -Foto: AFP

CaracasDer große Titelfavorit machte als letzter alles klar: Erst als achtes Team hat sich der fünffache Weltmeister Brasilien bei der Copa América in Venezuela für das Viertelfinale qualifiziert. Die "Seleção" schlug in Puerto La Cruz die Auswahl Ecuadors mühevoll mit 1:0 (0:0). Im ersten Spiel der Vorrundengruppe B war Chile zuvor durch ein 0:0 gegen den Gruppenersten Mexiko ebenfalls in die Runde der besten Acht eingezogen.

Gegen die im Turnier sieglos gebliebenen Ecuadorianer tat sich Brasilien äußerst schwer. Die sonst überall auf der Welt so beliebten Profis im kanariengelben Trikot wurden von den neutralen Zuschauern wegen der oft übervorsichtigen und langsamen Spielweise mehrfach minutenlang ausgepfiffen. Das Fehlen von Kaká und Ronaldinho, die beide wegen "Übermüdung" nicht zur Copa wollten, macht sich immer mehr bemerkbar. "Brasilien hatte keine Identität und wurde erneut von Robinho gerettet", schrieb das Internet-Nachrichtenportal UOL.

Herthas Gilberto und Mineiro hinterlassen positiven Eindruck

Diesmal konnte aber selbst Stürmerstar Robinho nicht glänzen. Der 23-Jährige von Real Madrid hatte aber Glück, dass der argentinische Schiedsrichter Sergio Pezzotta in der 56. Minute auf den Elfmeterpunkt zeigte, als er im Strafraum fiel. Den "geschenkten" Foulelfmeter verwandelte Robinho sicher. Der wendige und trickreiche Stürmer schoss alle vier brasilianische Turniertore. Der Bremer Spielmacher Diego bekam eine neue Chance und spielte die letzten 20 Minuten, fiel aber kaum auf. Die Hertha-Spieler Gilberto und Mineiro waren dagegen mit die besten Brasilianer.

Gegen Chile trat die bereits vor Spielbeginn qualifizierte Mannschaft von Mexiko im ersten Spiel des Abends mit der zweiten Garnitur an. Dennoch sicherte sich die mexikanische Auswahl größere Mühe mit zwei Siegen und einer Punkteteilung den ersten Platz in der Vorrundengruppe B. Chiles Trainer Nelson Acosta stellte sein Team äußerst defensiv ein. "Wir haben sehr schlecht gespielt, aber unser Ziel erreicht. Niemand wäre in unserem Land froh gewesen, wenn wir toll gespielt hätten und ausgeschieden wären", rechtfertigte sich Acosta.

Für das Viertelfinale der Copa haben sich neben Brasilien, Chile und Mexiko in der ebenfalls abgeschlossenen Gruppe A Gastgeber Venezuela, Peru und Uruguay sowie in der Gruppe C Paraguay und Argentinien qualifiziert. Am Donnerstag geht es im Spitzenspiel zwischen Argentiniern und Paraguayern nur noch darum, wer Gruppenerster wird.

Mexiko darf als "Gast" mitspielen

Am Samstag spielen Brasilianer und Chilenen erneut gegeneinander. Außerdem treffen Venezuela und Uruguay aufeinander. Beide Paarungen hatte es bereits in der Vorrunde gegeben. Brasilien setzte sich dabei mit 3:0 durch, während der Gastgeber und die "Urus" torlos blieben. Die Sonntagspaarungen stehen noch nicht fest.

Die seit 1916 ausgetragene Copa América ist das älteste Kontinentalturnier der Welt. Von den Teams, die noch im Rennen sind, haben drei noch nie den Pokal America gewonnen: Chile, Venezuela und Mexiko. Letztere spielen im ursprünglich nur für Südamerikaner gedachten Turnier seit wenigen Jahren als "Gäste" mit. (mit dpa)

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