Sport : Copa America: Kein Frieden für Fußball

Carl D. Goerdeler

Kolumbiens Präsident Andres Pastrana versuchte noch, den Frieden herbeizureden,doch der südamerikanische Fußball-Verband CSF beugte sich dem Einfluss des Terrorismus. Wegen starker Sicherheitsbedenken wurde Kolumbien die Austragung der Südamerikanischen Fußballmeisterschaft entzogen. Wie Eugenio Figueredo, Präsident des uruguayischen Verbandes, mitteilte, werde nun die Verlegung der vom 11. bis 29. Juli angesetzten Copa America in ein anderes Land diskutiert. Brasilien sei erster Anwärter.

Am Wochenende hatte ein mutmaßliches Kommando der linken FARC-Guerilla den Vizepräsidenten des kolumbianischen Verbandes, Meijia Campuzano, entführt. Das hat bei den Mannschaften, die nach Bogota zur Copa America kommen wollen, die Befürchtungen bestärkt, man könne seines Lebens nicht mehr sicher sein und deshalb wäre es besser, nicht nach Bogota zu reisen. Den Guerillas hatte deshalb Südamerikas Verband zunächst ein Ultimatum gestellt: Wenn Campuzano nicht bis Montag freikommt, fällt die Copa in Kolumbien aus.

"Die Rebellen werden patriotisch genug sein, um wenigstens zur Copa America eine freiwillige Waffenruhe einzuhalten", hoffte Pastrana und flehte vergebens um Frieden. Doch noch vergangene Woche hatte der zweite Mann und militärische Chef des "Befreiungsheeres" FARC, der 16 000 Mann starken Guerilla, angekündigt, seine Truppen würden den Untergrundkrieg in die Städte tragen. Kolumbien ist nach 40 Jahren Bürgerkrieg dem Frieden keinen Deut näher gekommen.

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