Sport : Cottbus – 1899: Kampf der Fußballwelten

Karsten Doneck

Berlin - Der Verpflichtung von Emil Jula gingen quälend lange Diskussionen voraus. „Wir mussten uns da ganz schön strecken“, sagt Manager Steffen Heidrich. 700 000 Euro gab der FC Energie Cottbus am Ende für den Stürmer aus Rumänien aus. Es ist der kostspieligste Transfer der Lausitzer für die Saison 2008/09. Die TSG 1899 Hoffenheim ihrerseits gönnte sich den Brasilianer Luis Wellington de Sousa. Der kostete im Vergleich mehr als das Sechsfache: 4,5 Millionen Euro.

Wenn der FC Energie heute den Aufsteiger aus Hoffenheim zum ersten Saisonspiel in der Bundesliga empfängt, dann prallen zwei Fußballwelten aufeinander. Hier die Cottbuser, deren Handeln durch den Sparzwang beschnitten wird. Dort Hoffenheim, das Dorf mit 3300 Einwohnern, in dem die These, Erfolg im Fußball sei nicht käuflich, klar widerlegt wurde.

Hoffenheim wird von Dietmar Hopp gefördert. Der Mann hat es in der Softwarebranche zum mehrfachen Milliardär gebracht. Dass er einen Teil seines Geldes in den Fußball steckte und damit rasanten Erfolg hatte, trug ihm neben Anerkennung auch Anfeindungen ein. Kritiker monieren, dass ein Klub ohne Tradition und ohne große Fankultur im Bundesligageschäft nichts zu suchen habe.

Was die finanzielle Abhängigkeit angeht, möchten die Cottbuser mit dem Aufsteiger aber gar nicht tauschen. „Wir können uns nicht vorstellen, alle Last auf nur eine Schulter zu legen“, sagt Heidrich. „Denn wenn der Mann mal keine Lust mehr hat, geht er weg – und was dann?“

Cottbus setzt auf verschiedene Sponsoren, kleine und größere, und mit dem Fernsehgeld stellt der Klub aktuell einen Saisonetat von 23 Millionen Euro auf die Beine. „Hoffenheim hat mehr als das Doppelte“, mutmaßt Heidrich.

Viel Auswärtsbesuch wird in Cottbus heute übrigens nicht erwartet. Am Donnerstag meldete Energie, nach Hoffenheim seien erst wenige Karten verkauft worden – ganze 49. Karsten Doneck

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