Sport : Cottbus - Hamburg: Abschied vom Abstiegsplatz

Karsten Doneck

Auf der Anzeigetafel wurde nichts verraten. Keine Zwischenergebnisse von den anderen Plätzen. Eduard Geyer hatte ein entsprechendes Verbot erteilt. "Wir konzentrieren uns nur auf uns", hatte der Trainer von Energie Cottbus vorab verfügt. Erst als die Spieluhr die 90. Minute anzeigte, wurde das Informationsdefizit geringfügig behoben. Als da der 1:3-Rückstand der SpVgg Unterhaching gegen Borussia Dortmund als einziges Resultat bekanntgegeben wurde, löste das im Cottbuser Stadion der Freundschaft noch einmal einen Jubelsturm aus. Fest stand damit, dass der FC Energie einen Spieltag vor Toresschluss in der Bundesliga Abschied als Fünfzehnter der Tabelle von einem Abstiegsplatz genommen hat. Die Lausitzer ihrerseits trugen mit einem 4:2 (2:1)-Sieg über einen in der Abwehr konfusen Hamburger SV ihren Teil dazu bei, dass sie nun am nächsten Sonnabend aus eigener Kraft bei 1860 München den Klassenerhalt schaffen können.

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Tipp-Spiel: Wer wird Deutscher Meister? Die Cottbuser, von knapp 20 000 Zuschauern noch ein bisschen lauter, einen Tick leidenschaftlicher als sonst unterstützt, kämpften den HSV einfach nieder. Sie hatten dabei das Glück, schon nach 44 Sekunden durch ein Kopfballtor von Hujdurovic nach einer Ecke von Miriuta in Führung zu gehen. "Bei diesem Tor haben wir uns mehr als dämlich angestellt", grollte Frank Pagelsdorf, der HSV-Trainer. Labak erhöhte auf 2:0 (22.). Nachdem der Gast durch Barbarez herangekommen war (40.), half Schiedsrichter Jürgen Jansen den Cottbusern ein bisschen auf die Sprünge. Nach einem angeblichen Foul an Labak pfiff er zur Überraschung der Hamburger Elfmeter, Miriuta verwandelte ihn (51.). Und wieder grollte Pagelsdorf: "Der Schiedsrichter ließ das Spiel doch schon weiterlaufen, sah dann, dass da noch einer am Boden liegt und meinte wohl, er müsse deshalb Elfmeter geben."

Als Barbarez mit seinem 21. Saisontor den HSV wieder heranbrachte, schlug Cottbus zurück. Da besorgte Bitencourt nach Pass von Miriuta das 4:2 (62.). Zwar "stand das Spiel immer auf des Messers Schneide" (Geyer), aber nach dem vierten Gegentor machte der HSV nicht mehr den Eindruck, als könne er noch einmal zurückschlagen.

Die Aufregung im Stadion der Freundschaft überschritt zehn Minuten vor Schluss den Siedepunkt, als Linienrichter Christian Schräer an der Außenlinie von ein paar Gegenständen getroffen wurde. Schiedsrichter Jansen machte durch Gesten unmissverständlich klar, dass er beim nächsten geringsten Vorkommnis die Partie abbrechen würde. Und weil zwischendurch auch Trainer Geyer immer mal wieder emotional über die Stränge schlug, wurde er acht Minuten vor Schluss auf die Tribüne geschickt. "Ein Missverständnis", sagte Geyer später.

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