Cottbus - Köln : Mit den eigenen Mitteln bezwungen

Der FC Energie Cottbus hat gestern einen seltsamen Nachmittag erlebt. Die Lausitzer trafen im eigenen Stadion auf einen Gegner, der spielte wie – Energie Cottbus.

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Cottbus grübelt. Timo Rost ärgert sich über die vierte Niederlage in Folge. Foto: ddp

Cottbus - Der 1. FC Köln hatte von seinem Trainer Christoph Daum eine Ultradefensiv-Taktik verordnet bekommen. Am Ende hatten die Cottbuser 62,5 Prozent Ballbesitz gehabt, 19 zu 5 Torschüsse, sieben zu drei Ecken und 0:2 Tore. Für die Kölner wurde es ein erfolgreicher Nachmittag als verkappter FC Energie. Dank zweier Treffer von Milivoje Novakovic gelang ihnen nach zuletzt eher dürftigen Ergebnissen endlich wieder ein Erfolgserlebnis. Cottbus hingegen verpasste den Sprung auf den Relegationsplatz der Fußball-Bundesliga.

„Wenn man sich die Statistik ansieht, ist die Niederlage fast unglaublich“, sagte Trainer Bojan Prasnikar, dessen Mannschaft zum vierten Mal hintereinander verloren hatte, zum hundertsten Mal insgesamt in der Bundesliga. Die Cottbuser waren von Beginn an das überlegene und deutlich engagiertere Team. Köln ließ Energie vor allem im Mittelfeld lange ungestört kombinieren und beschränkte sich mit sieben defensiven Spielern auf Konter. Gegen die massive Abwehr dauerte es fast 20 Minuten, ehe Dimitar Rangelow der erste Torschuss für Energie gelang. Sein Versuch ging jedoch klar am Tor vorbei.

Erst nach einer knappen halben Stunde wagten sich die Kölner zum ersten Mal nach vorne und verbuchten ihre einzige Torchance in der ersten Hälfte: Marvin Matip versuchte es nach einer Ecke aus knapp 25 Metern, doch Gerhard Tremmel im Cottbuser Tor war zur Stelle. Auf der Gegenseite hatte Emil Jula in den besten Szenen der ersten Halbzeit gleich zweimal innerhalb einer Minute das 1:0 auf dem Fuß, scheiterte jedoch zunächst bei einem Strafraum-Getümmel und danach per Kopf an Kölns Torhüter Faryd Mondragon.

Auch nach der Pause kam Energie schwungvoller aus der Kabine, ehe Novakovic mit seinem ersten Tor nach fünf erfolglosen Spielen den Verlauf auf den Kopf stellte. Zunächst ließ Tremmel einen Fernschuss von Petit nach vorne abprallen, Novakovic grätschte den Ball über die Linie. Nur vier Minuten später stand der Slowene erneut im Mittelpunkt: Schiedsrichter Felix Brych entschied nach einem Trikot-Zupfer von Cagdas Atan an Novakovic auf Elfmeter, der Gefoulte trat selbst an und verwandelte zum 2:0. Energie war zwar nur kurz geschockt, schaffte die Wende aber nicht mehr. „Ich kann mit Cottbus mitfühlen“, sagt Kölns Trainer Christoph Daum. „Ich weiß, wie man sich nach solch einem Spiel fühlt.“ Kein Wunder, er hatte seine Mannschaft ja wie Cottbus spielen lassen. Tsp/dpa

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