Cottbus verliert gegen Wolfsburg : Sander vor dem Aus?

Der Druck auf Energie Cottbus und dessen Trainer Petrick Sander war riesengroß vor dem heutigen Spieltag. Doch auch gegen Wolfsburg hat es nach dem 1:2 mit dem ersten Saison-Sieg nicht geklappt. Nach dem Spiel wird es spannend in der Lausitz: Bleibt Sander Trainer?

Jens Mende
Cottbus Sander
Bleibt er oder fliegt er? Trainer Sander in Cottbus. -Foto: dpa

CottbusPetrik Sander steht als erster Bundesliga-Trainer in dieser Saison vor dem Aus - Felix Magath gelang mit seinem VfL Wolfsburg dagegen der erhoffte Befreiungsschlag. In einem zerfahrenen Kellerduell gewannen die "Wölfe" am 6. Bundesliga-Spieltag bei Energie Cottbus mit 2:1 (1:1). Den entscheidenden Treffer markierte sieben Minuten vor dem Ende nach großem Chaos in der Energie-Abwehr Jacek Krzynowek. Die Lausitzer warten damit noch immer auf den ersten Saisonsieg, die sportliche Leitung hatte für diesen Fall die Ablösung Sanders als eine Option auf dem Zettel. Dem von Magath gecoachten VfL glückte nach drei sieglosen Spielen der erste "Dreier". Edin Dzeko hatte die Gäste vor 15.269 Zuschauern in Führung (21. Minute) gebracht, Dennis Sörensen glich zwischenzeitlich aus (31.).

Der Druck, unbedingt den ersten Saisonsieg einspielen zu müssen, klebte den Gastgebern lange wie Blei an den Füßen. Trotz Sanders System-Umstellung auf zwei Spitzen und drei neuen Profis in der Startelf blieb die erwartete Anfangs-Offensive der Lausitzer aus. Die Gäste, bei denen Trainer Magath ebenfalls drei Leute getauscht hatte, kontrollierten die Partie, ohne selbst zu überzeugen. Ein Abseitstor von Marcelinho wurde zurecht noch aberkannt. Doch als der Brasilianer auf Einladung seines Cottbuser Landsmanns Vragel da Silva, der nach langer Sperre erstmals wieder spielen durfte, durchs Mittelfeld spazierte, war es passiert.

Fehlgriff von Jentzsch bringt Cottbus zurück ins Spiel

Der 21-jährige Dzeko, von Magath überraschend als einzige echte Spitze aufgestellt, verwertete die Marcelinho-Vorarbeit mit einem geschickten Schlenzer ins lange Eck. Eine Woche zuvor beim 1:2 gegen Karlsruhe war der lange Bosnier noch nicht einmal im Kader, am Samstag bedankte sich der für vier Millionen Euro aus Teplice gekommene Stürmer mit seinem ersten Bundesliga-Tor für das Trainer-Vertrauen. Wie schon so oft in der laufende Saison versäumte es der VfL nach der Führung aber nachzulegen - und nach einem Fehlgriff von Torwart Simon Jentzsch war Energie plötzlich doch im Spiel.

Der VfL-Keeper war nach einem schönen Pass des Zyprers Efstathios Aloneftis zwar rechtzeitig aus seinem Tor geeilt, hielt den Ball aber nicht fest. So konnte Sörensen, mit rund einer Million Euro Energies Rekordeinkauf, im zweiten Nachpacken die Kugel ins leere Wolfsburger Tor schieben. Der zweite Saison-Treffer des Dänen löste bei Energie einige Bremsen, vor allem bei einem Schrägschuss von Dimitar Rangelow (45.) und einem Kopfball von Sörensen reagierte Jentzsch hervorragend. Das entscheidende Tor aber fiel auf der anderen Seite: Als Energie den Ball nicht aus der Gefahrenzone brachte, schoss Krzynowek zu seinem dritten Saisontor ein. (mit dpa)

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