Sport : Cottbuser Frieden

Bei Energie haben sich Präsident und Trainer wieder lieb – vorerst

Berlin - Selbst Rudi Völler hat seinen Frieden geschlossen mit Energie Cottbus. Im Laufe dieser Woche rief der Sportdirektor von Bayer Leverkusen bei Steffen Heidrich an. 20 Minuten dauerte das Gespräch, bei dem sich Völler wortreich für seine Bewertung der Cottbuser Fußballkunst beim 0:0 in Leverkusen am ersten Spieltag entschuldigte. „Das hatte mit Fußball nichts mehr zu tun“, hatte Völler Energies Defensivtaktik barsch getadelt. Wenig mit Fußball zu tun hatte aber auch der Streit, der den FC Energie intern über Wochen in Atem hielt: Präsident Ulrich Lepsch gegen Trainer Petrik Sander und umgekehrt, Steffen Heidrich, der Manager, dazwischen, und als sich auch Mannschaftskapitän Timo Rost einmischte, wurde es allen zu viel: Lepsch lud in sein Büro bei der Sparkasse Cottbus, in zwei Stunden wurde wieder Frieden hergestellt – nach außen zumindest.

Ausgebrochen war der Konflikt zwischen Präsident und Trainer vor der Saison. Da hatte Petrik Sander eine vorzeitige Verlängerung seines 2008 auslaufenden Vertrages gefordert, zu erhöhten Bezügen. Manche sagen, er habe eine Aufstockung seines Gehalts um bis zu 50 Prozent verlangt. Realistischer dürften wohl diejenigen liegen, die dem Vernunftmenschen Sander eine maßvolle Forderung um die 20 Prozent zutrauen.

Als seine Wünsche kein Gehör fanden, ließ Sander seine Begehrlichkeiten um einen längeren Vertrag medienwirksam verbreiten. Das wiederum stieß Präsident Lepsch übel auf. „Das Thema ist vertagt bis zum Winter“, lautete der offizielle Sprachgebrauch. Das Verhältnis zwischen Präsident und Trainer wirkte angespannt.

Sanders Maßnahmen standen danach in besonderem Licht: Piplica im Tor – eine Fehlbesetzung, hieß es; Kioyo im Angriff – das gehe nicht. Das Ausscheiden im DFB-Pokal bei Rot-Weiss Essen im Elfmeterschießen heizte die Stimmung an. „Eine Katastrophe“, wetterte Lepsch, so dürfe man sich nicht präsentieren. „Wie im Kindergarten“ sagte Mannschaftskapitän Timo Rost, „uns geht das Theater auf den Sack.“

Vor dem heutigen Spiel gegen den VfL Bochum haben sie nun zusammengesessen. „Uns ist klar, dass wir nur dann die Bundesliga halten können, wenn alle an einem Strang ziehen“, sagt Sander jetzt. Lepsch ergänzt: „Auch Niederlagen und Rückschläge werden wir gemeinsam überstehen.“

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