Sport : Couch Komma: "Das 7:2 im Derby, das war doch überhaupt kein Maßstab"

Claus Vetter

Nur eine Woche ist es her, da zeigten die Berlin Capitals den Eisbären beim 7:2 in der Eissporthalle an der Jafféstraße deutlich ihre Grenzen auf. Seit dem Erfolg gegen den Lokalkonkurrenten aus Hohenschönhausen hatte Michael Komma allerdings eher wenig Freude an den Darbietungen seiner Mannschaft. 1:7 bei den Hannover Scorpions am Donnerstag und dann am Sonntag 2:4 bei den Kassel Huskies verloren, die jüngsten Exkursionen der Capitals verliefen alles andere als nach Wunsch des Eishockey-Trainers.

"Das 7:2 im Derby, das war doch überhaupt kein Maßstab", sagt der Coach der Capitals. So wie sich die Eisbären am vergangenen Dienstag präsentiert hätten, habe man die Partie einfach gewinnen müssen. "Das war eine Pflichtaufgabe, mehr nicht." Bei den Spielen gegen Hannover und Kassel habe man unterdessen "deutlich gesehen, wie stark wir sind - oder auch nicht sind", sagt Komma. "Auch wenn es in Kassel ein wenig besser lief als in Hannover, kann das angesichts der Niederlage nicht befriedigend sein. Wir machen einfach zu viele leichte Fehler, versäumen es, die Geschenke des Gegners anzunehmen." Bei den Hessen habe man nach einer 2:1-Führung die Regie leichtfertig dem Kontrahenten überlassen. "Wir waren die bessere Mannschaft, nur haben wir uns durch blöde Strafzeiten selbst vom Weg abgebracht", sagt Trainer Michael Komma. Und als man dann im eigenen Drittel in die Bredouille geraten sei, da habe keiner in seiner Mannschaft die Verantwortung übernehmen wollen. Stattdessen habe Schönspielerei die Szenerie bestimmt. "In solch einer Situation muss der Puck einfach mal rausgeschossen werden, muss man den einfachen Weg wählen."

Man habe zuletzt eben sehen können, dass die Capitals von der Spitze der Liga noch ein Stück entfernt seien, stellt der Berliner Trainer fest. "Es bleibt dabei, wir müssen eine sehr gute Saison spielen, um am Ende die Play-offs zu erreichen". Tiefstapelei oder auch nicht, in einem anderen Punkt hat Michael Komma in jedem Falle Recht. Wenn man 14 neue Spieler in den Kader holt, dann ist kaum zu erwarten, dass sich auch alle als Verstärkungen entpuppen. In der kommenden Saison müsse man daher über sinnvolle Ergänzungen nachdenken. "Wir werden uns auf einigen Positionen verändern", sagt der Trainer der Capitals. Und das würde natürlich bedeuten, dass sich einige der derzeitigen Mannschaftsmitglieder der Capitals bald nach einem neuen Arbeitgeber umschauen müssten.

Aber das ist alles noch Zukunftsmusik, heute geht es für die Capitals erst einmal auf dem Eis weiter. Und in ihrem letzten Spiel des Jahres stehen die Berliner nicht gerade vor einer einfachen Aufgabe: Der Tabellenzweite München Barons kommt an die Jafféstraße (Beginn 19.30). Neben Verteidiger Martin Ulrich wird Komma bei der Partie gegen den Liga-Neuling vermutlich auch auf den Stürmer Jim Hiller, der seine Bauchmuskelzerrung immer noch nicht auskuriert hat, verzichten müssen.

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