Sport : Coulthard-Protest abgeschmettert - Disqualifikation von Sao Paulo bestätigt

Der Automobil-Weltverband (FIA) hat den Protest von McLaren-Mercedes abgewiesen und die Disqualifikation des Schotten David Coulthard beim brasilianischen Grand Prix am 26. März in Sao Paulo bestätigt. Coulthard hatte hinter Ferrari-Star Michael Schumacher den zweiten Platz belegt, der ihm nach der routinemäßigen Überprüfung im Parc Ferme wegen irregulärer Abmessungen des Frontflügels an seinem Auto aberkannt wurde.

"Wir sind natürlich enttäuscht, denn wir hatten uns durchaus Chancen ausgerechnet", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. "aber wir müssen diese Entscheidung akzeptieren und uns jetzt auf die nächsten Rennen konzentrieren."

Nach dem Urteil von Paris, gegen das kein Einspruch mehr möglich ist, geht McLaren-Mercedes mit Weltmeister Mika Häkkinen und David Coulthard mit null Punkten in die Europasaison, die am Sonntag in Imola beginnt (14 Uhr live in Eurosport und Premiere World). Schumacher führt nach zwei Siegen mit der Idealpunktzahl 20 die Weltmeisterschafts-Wertung an, das Ferrari-Team hat sogar schon 26 Zähler zu Buche stehen.

Coulthard war disqualifiziert worden, weil sein Auto laut Artikel 3.7 nicht den Vorschriften entsprach. Die Überprüfung nach dem Rennen hatte ergeben, dass der Abstand der seitlichen Leitbleche am Frontflügel zu einer darunter liegenden Referenzlinie anstatt der vorgeschriebenen 50 nur 43 Millimeter betrug und damit auch außerhalb der Toleranzgrenze von fünf Millimetern lag.

McLaren-Mercedes hatte gegen die Entscheidung der Rennkommissare sofort Protest eingelegt. Als Begründung hieß es, man habe an Coulthards Auto Beschädigungen am Unterboden und am Chassis festgestellt, zudem hätten sich die Endplatten des Frontflügels verdreht. "Wir geben ja zu, dass der Abstand zu gering ist. Dieser Effekt wurde durch die vielen Bodenberührungen und Vibrationen durch die Beschaffenheit der Strecke in Sao Paulo herbeigeführt", hieß es in einer Pressemitteilung von McLaren-Mercedes.

McLaren-Mercedes und der in Paris anwesende Coulthard hatten außerdem darauf hingewiesen, dass der Zustand des beanstandeten Frontflügels auf die holprige Strecke in Interlagos zurückzuführen sei und dem Schotten keinen Vorteil gebracht habe. Deshalb müsse dem Protest natürlich stattgegeben werden. Die FIA hielt in ihrer Urteilsbegründung dagegen, dass "jedes Team dafür Sorge tragen muss, dass seine Autos zu jedem Zeitpunkt eines Grand Prix den technischen Bestimmungen entsprechen". Zudem habe keines der anderen Autos dieses Problem gehabt, obwohl für alle gleiche Bedingungen geherrscht hätten.

Durch den Spruch von Paris wurden auch die Plätze zwei bis sechs von Giancarlo Fisichella (Italien/Benetton), Heinz-Harald Frentzen (Mönchengladbach), Jarno Trulli (Italien/beide Jordan), Ralf Schumacher (Kerpen) und Jenson Button (England/beide Williams-BMW) in Sao Paulo bestätigt. Der 20-jährige Button hat damit als jüngster Formel-1-Fahrer der Geschichte einen WM-Punkt gewonnen.

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