Cristiano Ronaldo : Das Genie fühlt sich verkannt

Cristiano Ronaldo, der teuerste Spieler der Welt, hat bei seinem Verein Real Madrid schlechte Laune. Über die Gründe wird wild spekuliert: Will er mehr Geld? Oder will er mehr Anerkennung? Arabische Sponsoren sind bereit, ihm beides zu geben - wenn er zu ihren Vereinen wechselt.

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Cristiano Ronaldo ist traurig.
Cristiano Ronaldo ist traurig.Foto: dapd

Die Umarmungen seiner Kollegen ignorierte Cristiano Ronaldo. Mit versteinertem Gesicht und herabhängenden Armen ließ er die Glückwünsche über sich ergehen. Normalerweise pflegt der Stürmer von Real Madrid seine Tore mit aufreizenden Posen zu zelebrieren, aber dieses Mal war ihm danach nicht zumute. „Wenn ich traurig bin, feiere ich meine Tore nicht“, verkündete Ronaldo nach dem Spiel gegen den FC Granada, das Real auch dank zweier Ronaldo-Treffer 3:0 gewann.

Über das Ergebnis sprach anschließend aber niemand. Ronaldos Äußerung bestimmt seit Sonntag die täglich erscheinenden Sportzeitungen Spaniens. Der Portugiese hat nämlich bis heute nicht verraten, was der Grund für sein schweres Gemüt ist. Also wird heftig spekuliert. Viele glauben, dass Ronaldos Unmut vor allem mit seiner Bezahlung zusammenhängt. Im Sommer 2009 überwies Real Madrid für ihn 94 Millionen Euro an Manchester United. Kein Fußballspieler ist je für eine höhere Summe transferiert worden. Was das Gehalt angeht, liegt Ronaldo aber nur im unteren Bereich der Top Ten. Angeblich soll Reals Präsident Florentino Perez eine vorzeitige Vertragsverlängerung zu erhöhten Bezügen vorerst abgelehnt haben. Ronaldo reagierte empört auf den schnöden Vorwurf, es gehe ihm nur ums Geld. So sehr, dass er am Dienstag über Facebook mitteilte: „Man beschuldigt mich, dass ich mehr Geld will, aber eines Tages wird sich zeigen, dass das nicht der Fall ist.“

Wahrscheinlicher ist tatsächlich, dass Ronaldo aus anderen, sportlichen Gründen schmollt. Die Wahl von Andres Iniesta zu Europas Fußballer des Jahres in der vergangenen Woche soll er als persönliche Beleidigung auffassen. Auch dass Reals Verteidiger Sergio Ramos dem Mittelfeldspieler des FC Barcelona öffentlich zu der Auszeichnung gratulierte, stieß Ronaldo angeblich bitter auf.

Sportlich verkannt fühlt der sich auch im eigenen Verein. Reals Fans und ihn verband noch nie eine innige Liebesbeziehung. Als der amtierende spanische Meister nach zwei Spielen nur einen Punkt geholt hatte, war es Ronaldo, der die meiste Kritik abbekam. Er treffe immer nur in den belanglosen Spielen, hieß es. Wenn es wichtig werde, sehe man ihn nicht.

Angeblich denken die arabischen Besitzer von Manchester City und Paris Saint Germain darüber nach, im Winter um Ronaldo zu werben. Mit viel Zuneigung. Und noch mehr Geld.

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