Sport : Cup der kleinen Hoffnung

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Friedhard Teuffel über die deutsche Bilanz im UefaPokal

Vielleicht ist wieder einmal Franz Beckenbauer Schuld. Er war der erste, der den Uefa-Pokal „Cup der Verlierer“ genannt hat, und damit fing eigentlich alles an. Seitdem ist nur noch der Gewinn des Uefa-Pokals gut fürs Image, die Teilnahme selbst ist rufschädigend. Wer will denn schon alles geben in einem Wettbewerb mit lauter Mannschaften, die ihr großes Ziel verpasst haben? Drei der fünf deutschen Teams haben daher am Mittwoch und Donnerstag die richtige Entscheidung getroffen und sich gleich in der ersten Runde verabschiedet.

Ihr Ausscheiden gefährdet also in keinster Weise das Aufbauwerk des deutschen Fußballs. Sie sind doch im Moment sowieso nicht gut genug, um den deutschen Fußball international würdig zu vertreten. Der HSV, Kaiserslautern und Hertha belegen in der Bundesliga-Tabelle zurzeit Platz zwölf, dreizehn und fünfzehn, es wird über Trainer spekuliert und über schlecht zusammengestellte Mannschaften – keine guten Voraussetzungen fürs diplomatische Corps.

Mit dem „Cup der Verlierer“ wird es nun langsam langweilig. Aber zum Glück bahnt sich eine Richtungsänderung an. Er wird zum Osteuropacup. Alle drei deutschen Klubs sind nämlich an osteuropäischen Vereinen gescheitert. Während die Manager im Westen sagen, dass erst von der dritten Runde an Geld verdient werden könne, rechnet sich im Osten schon der Einzug in Runde zwei. Die Klubs aus dieser Gegend kämpfen von Anfang an und sind vielleicht die unangenehmsten Gegner. Für sie wird der Uefa- Pokal zum Cup der kleinen Hoffnung.

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