Curling : Nord-Ontario will Gold

Curling ist in Kanada Volkssport. Wer sich gegen die nationale Konkurrenz durchsetzt, ist automatisch auch Anwärter auf Olympia-Gold. So wie das aktuelle Männerteam um Skip Brad Jacobs.

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O Canada. Skip Brad Jacobs musste die nationale Konkurrenz besiegen, um nach Sotschi fahren zu dürfen.
O Canada. Skip Brad Jacobs musste die nationale Konkurrenz besiegen, um nach Sotschi fahren zu dürfen.Foto: dpa

Nervös werden die kanadischen Curler heute wohl kaum sein. Wieso auch? „Wir haben im vergangenen Jahr schon so viele Play-off-Spiele erlebt – diese Situation ist für uns nichts anderes“, schreibt der kanadische Spieler Ryan Fry auf der Homepage des Teams vor dem Finale gegen Großbritannien (14.30 Uhr, live im Ticker bei Tagesspiegel.de). Um überhaupt in Sotschi antreten zu dürfen, hat sich die kanadische Mannschaft um Skip Brad Jacobs erst einmal gegen die nationale Konkurrenz aus Manitoba, Alberta oder British Columbia durchsetzen müssen. Zwei Qualifikationsturniere – im curlingverrückten Kanada beworben als „Roar of the Rings“ und „Road to the Roar“ – mussten Jacobs und seine Männer gewinnen, ehe sie ihr Land bei Olympia repräsentieren durften.

Seit Curling 1998 nach langer Abstinenz wieder olympisch ist, haben die kanadischen Männer entweder Gold oder Silber gewonnen. Der Gewinn der Landesmeisterschaft zählt bei vielen Fans in Kanada mehr als ein WM-Titel – weil die Konkurrenz in der Heimat bisweilen stärker ist als der Rest der Welt zusammen. Trotz des unerschöpflichen Reservoirs an Curlern ist die olympische Goldmedaille keine Selbstverständlichkeit für Brad Jacobs und sein Team.

Bei der WM 2013 holten die Männer aus Nord-Ontario nur Silber, die Olympia-Vorrunde schlossen die Kanadier nach zwei Niederlagen in neun Partien nur als Zweiter hinter Schweden ab. Immerhin wurde der heutige Finalgegner mit 9:6 bezwungen. „Zu Beginn des Turniers haben wir uns schon zu sehr auf unser großes Ziel – die Goldmedaille – konzentriert“, erklärte der Kanadier E.J. Harnden, dadurch habe die Konzentration in den Gruppenspielen gelitten. „Aber jetzt sind wir im Finale, es gibt nur noch eine Sache, die wir im Kopf haben müssen.“

Gestern legten die kanadischen Frauen vor, die im olympischen Finale Schweden mit 6:3 besiegten und das erste Gold bei den Frauen seit 1998 für Kanada gewannen. Heute wollen auch Kanadas Männer alles dafür tun, dass der Olympiasieg nach Nord-Ontario geht.

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