Curling : Schöpp klagt EM-Startrecht ein

Nachdem Ex-Weltmeisterin Andrea Schöpp ihren Startplatz vor Gericht erstritten hat, gibt es bei den deutschen Curlern neuen Ärger. Die eigentlich nominierte Daniela Driendl muss aus der Schweiz wieder abreisen.

Neuer Ärger für die deutschen Curler: Nach Existenz-Angst und Förder-Querelen erschüttert nun ein Gerichtsprozess den kleinen Wintersport-Verband. Die ehemalige Weltmeisterin Andrea Schöpp hat sich ihren EM-Start in der Schweiz vor Gericht erstritten. Deshalb muss nun das ursprünglich nominierte Team um Skip Daniela Driendl (32) wieder abreisen.

Zwei Tage vor dem Eröffnungstag der Titelkämpfe an diesem Samstag in Champéry hatte das Landgericht Kempten einer Klage der mehrmaligen Olympiateilnehmerin gegen die ursprüngliche Nominierung des Deutschen Curling-Verbandes (DCV) stattgegeben. „Mir tut es insbesondere für das Team des CC Füssen leid, das nun aus Champéry wieder abreisen muss!“, sagte Verbandspräsident Dieter Kolb.

Man habe „keine andere Wahl, als dieses Urteil zu akzeptieren, und werden das Team Schöpp nominieren“, erläuterte Kolb. Ursprünglich wollten die Curler nach wochenlanger Sorge um öffentliche Fördergelder mit sportlichen Auftritten für sich werben. Trotz der Querelen soll das Ziel für Frauen-und Männerteam aber gleichbleiben: das WM-Ticket.

„Das Hauptziel ist, dass wir uns für die Weltmeisterschaften qualifizieren. Ein Platz unter den ersten sieben wäre ein sehr gutes Ergebnis“, erklärte Kolb. Bei der WM geht es dann auch wieder um Qualifikationspunkte für die Winterspiele.

Wie der Weg nach Pyeongchang für den Verband aussehen wird, muss noch mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) abgesteckt werden. Nachdem der Dachverband den Curlern zunächst die Grund- und Projektförderung gestrichen hatte, durfte der DCV nach der Aufstockung der Gelder für den deutschen Sport wieder auf eine bessere Zukunft hoffen.

Kurzfristig geht es für die Curler aber um gute EM-Platzierungen. Sportlich zählen die deutschen Damen dabei nicht zum Favoritenkreis. Vor dem Turnierstart sah Bundestrainer Thomas Lips Schottland, Schweden, die Schweiz und Russland als Titelkandidaten.
„Dahinter ist praktisch alles möglich“, sagte Lips noch vor der veränderten Teamnominierung. Da das Team um die 49-jährige Andrea Schöpp die Vorausscheidung für sich entscheiden konnte, dürften sich die Chancen nicht verschlechtert haben.

Bei den Herren sieht Bundestrainer Lips hinter den Topfavoriten aus Schweden und Norwegen ein breites Mittelfeld. Für die Formation um Skip Alexander Baumann sei „zwischen Medaille und Abstieg alles möglich“. 2013 verpassten die Herren die Qualifikation, 2012 gelang ihnen lediglich ein Sieg in neun Spielen. Zum Auftakt der Europameisterschaften treffen die Männer am Samstag auf Dänemark (11.00 Uhr), die Frauen starten das Kontinentalturnier gegen Schweden (15.00 Uhr). (dpa)

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