Sport : Da kein Verein protestieren will bleibt der Patzer ohne Folgen

Ulrike Lange

Dem Malheur beim Auslosungs-"Roulette" vor einem Millionen-Publikum an den Bildschirmen folgte das Verwirrspiel hinter den Kulissen: Durch zwei leere Kugelhälften wurde Götz Eilers, Chef-Justiziar des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), zum begehrtesten Gesprächspartner am Rande des Qualifikationsspiels zur Champions League zwischen Hertha BSC und Anorthosis Famagusta. Doch die befürchtete Protestwelle gegen die Auslosung blieb aus. "Uns liegt von den Vereinen diesbezüglich kein einziger Protest vor. Das überrascht mich nicht, denn es war eine unbeeinflusste und manipulationsfreie Auslosung. Die beiden Blindhälften hatten sich beim Mischen gelöst, aber es war nachvollziehbar, dass Eintracht Trier der geloste Verein war", erklärte Eilers.

Damit solche peinlichen Situationen demnächst vermieden werden, soll unverzüglich das Material der Kugeln überprüft werden. "Das war die Tücke des Objekts. Um die Auslosung telegener zu gestalten, haben uns ARD und ZDF die Behälter zur Verfügung gestellt. Die Panne war aber nicht vorhersehbar", so Eilers, seit 26 Jahren Justiziar im DFB.

Was war passiert: Bei der Auslosung der dritten Hauptrunde hielt "Glücksfee" und Kugelstoß-Olympiasiegerin Astrid Kumbernuss bei der Ermittlung der 15. und vorletzten Partie plötzlich zwei Kugelhälften in den Händen, die beide ohne Vereinsaufschrift waren. Das fehlende Los des Regionalligisten Eintracht Trier fand sich später im "Entsorgungs-Behälter" für die Kugelhälften. Ein bislang einmaliger Fauxpas in der Pokal-Historie des DFB, deren Ziehungs-Ordnung erst vor der Saison 1998/99 modernisiert worden war.

Auch Lothar Matthäus wollte nach der TV-Panne nicht in die Rolle des Spielverderbers schlüpfen: "Man sollte das nicht so ernst nehmen. Eine Kapsel hat halt gefehlt, da war es doch klar, dass es Eintracht Trier sein musste. Alle machen mal Fehler." Sein Trainer Ottmar Hitzfeld: "Das ist die Sache des DFB." Hitzfeld muss mit dem Bayern München beim Regionalligisten SV Meppen antreten. Bundesligisten wie Uefa-Cup-Teilnehmer 1. FC Kaiserslautern - im einzigen Erstliga-Duell bei Werder Bremen - und Eintracht Frankfurt (beim 1. FC Köln) erklärten ebenfalls ihren Verzicht auf einen Einspruch.

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