Sport : Da, wenn’s wichtig war

Von Manuel Neuer bis Lars Bender – die deutschen Spieler in der Einzelkritik.

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Manuel Neuer:

Der Münchner hatte nicht wirklich viel zu tun. War in den entscheidenden Momenten aber da. Rettete kurz vor Schluss gegen Varela den Sieg. Bei dem Unterlattenknaller kurz vor dem Halbzeitpfiff hatte er keine Chance zum Eingreifen. Schrecksekunde, als ihn Helder Postiga nach einer Viertelstunde das Standbein weggrätschte.

Jerome Boateng: Der Berliner hatte den vielleicht schwierigsten Job. Er musste Cristiano Ronaldo kontrollieren, was ihm gut gelang. Klärte in letzter Not gegen den Topstürmer nach gut einer Stunde. Ging sogar immer mal mit in die Offensive, weit öfter als Lahm auf der anderen Seite. Flankte gut auf Gomez, der hätte fast die Führung erzielt.

Mats Hummels: Rückte etwas überraschend in die Startelf für Mertesacker, erfüllte seine Aufgabe erstklassig. Der Dortmunder überzeugte durch gutes Stellungsspiel und gute Spielauslösung. Fast jeder erste Ball aus der deutsche Defensive heraus lief über ihn. Rettete in der zweiten Halbzeit mit dem Kopf mindestens zweimal in letzter Not.

Holger Badstuber: Der Bayer kam gut ins Spiel, spielte sachlich und ruhig. Schaltete Portugals Mittelstürmer Helder Postiga fast gänzlich aus. Sah kurz vor der Halbzeit Gelb, weil er beim Stolpern Nani traf. Hoffentlich rächt sich die unnötige Karte nicht noch während des Turniers – sollte Deutschland lange dabei bleiben.

Philipp Lahm: Seine wichtigste Tat war, als er nach zwanzig Minuten eine scharfe Hereingabe von Cristiano Ronaldo entschärfte. Hatte sonst gut zu tun auf der linken Abwehrseite mit dem wuseligen Nani. Sein offensives Zusammenspiel mit Podolski ist verbesserungswürdig.

Sami Khedira: Starker Auftritt des Madrilenen. Er lief viel und stellte so die Räume zu. Könnte in der Balleroberung noch zulegen, aber wenn er den Ball hatte, stellte er kluge Sachen an. Im Wechselspiel mit Schweinsteiger trieb er die Bälle durchs Mittelfeld und so die Mannschaft an.

Bastian Schweinsteiger: Der 27-Jährige, dessen Einsatz lange Zeit nicht feststand, verwaltete die Zentrale. Er forderte viele Bälle, bekam sie auch oft und hatte meist eine Idee. Ein bisschen aber fehlt dem Münchner noch die Spritzigkeit.

Thomas Müller: Der Torschützenkönig der vergangenen WM kam rumpelig ins Spiel. Ihm versprangen ein, zwei Bälle. Biss sich förmlich ins Spiel. Hätte kurz vor der Halbzeit ein Tor erzielen können, wenn er den Querschläger Podolskis vielleicht angenommen hätte und aufs Tor zugelaufen wäre. Der Weg war frei.

Mesut Özil: War sehr engagiert in der ersten Hälfte, aber seinen Pässen, die Spiele entscheiden können, fehlte der letzt Kick. Wurde im zweiten Abschnitt stärker, fast alle Offensivaktionen liefen über ihn.

Lukas Podolski: Zwei Länderspiele fehlen ihm noch, um in den Klub der Hunderter einzuziehen. Bei der EM wird er dieses Ziel erreichen, weil er einfach ein Turnierspieler ist. War lauf- und schussfreudig. Verzog aber einmal kläglich aus guter Position, nachdem er perfekt von Özil in diese gebracht worden war.

Mario Gomez: Der Münchner wird kein Kombinationswunder mehr, der kantige Angreifer ist und bleibt ein Strafraumstürmer. Er bekam zu wenig Anspiele, zwei Kopfbälle, aber sonst? Sonst kommt Klose, der stand zur Einwechslung bereit am Seitenrand. Dann aber stieg Gomez nach einer Flanke von Khedira hoch und wuchtete den Ball mit dem Kopf zum 1:0 ins Tor. Selbst Klose, der sich erst mal wieder hinsetzen musste, jubelte – sein Geburtstagsgeschenk zum 34. war ein Sieg, egal durch wen erzielt. Er kam ja noch.

Miroslav Klose: Stieg gleich mal zum Kopfball hoch, obgleich gar kein Ball angeflogen kam.

Toni Kroos: Kam drei Minuten vor dem Ende für Özil.

Lars Bender: Sprintete beherzt in den eigenen Strafraum, dann war das Spiel aus. Michael Rosentritt

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