• Damit Einheimische wieder zum Zuge kommen, soll im Eishockey die Zahl der Ausländer reduziert werden

Sport : Damit Einheimische wieder zum Zuge kommen, soll im Eishockey die Zahl der Ausländer reduziert werden

Claus Vetter

Eishockeyspieler deutscher Herkunft sind in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) nach dem Bosman-Urteil zur Rarität geworden. Spätestens seit letzter Saison ist man daher in der DEL bemüht, Cracks, die hierzulande ihr Handwerk gelernt haben, wieder mehr Einsatzmöglichkeiten zu verschaffen. Zunächst musste jedes Team fünf Deutsche im Kader haben, seit dieser Saison sind es acht. Der jüngste Coup der Gesellschafter wurde nun am Mittwoch auf einer Versammlung in Köln ausbaldowert: Künftig soll wieder der Zahl der ausländischen Spieler ein Limit gesetzt werden, maximal 16 darf ab der nächsten Spielzeit jeder Klub der DEL im Kader haben.

Damit, erhofft man sich, sollen wieder mehr deutsche Akteure zum Zuge kommen und der Nationalmannschaft bessere Zeiten bevorstehen. Realitätsdenken oder nur ein Wintermärchen? Michael Komma jedenfalls kann der neuen Regelung nichts abgewinnen. "Das ist eine Katastrophe", sagt der Trainer der Capitals, "so braucht man keine deutschen Spieler mehr. Viele Vereine werden nur noch mit drei Reihen spielen. Da schaut dann jeder nur, wie er die billigste Mannschaft zusammenbekommen kann. 16 Ausländer ist zuviel, zwölf wäre gut gewesen." Was die Beschränkung für die Capitals bedeuten würde, darüber habe er noch nicht nachgedacht, meint Komma. Große Gedankenspiele erscheinen auch kaum notwendig, derzeit haben die Berliner 18 Ausländer im Kader. Davon kamen fast nie alle gleichzeitig zum Einsatz, es wird sich also bei den Berlinern nur wenig ändern müssen.

Verständlich, dass sich Komma da über andere Dinge den Kopf zerbricht. So etwa über die Hannover Scorpions, die heute (19.30 Uhr) an die Jafféstraße kommen. Seit bei den Niedersachsen Curt Lindström hinter der Bande steht, geht es aufwärts. Unter dem Schweden, der einst als Trainer Finnland zur Weltmeisterschaft führte, haben die Scorpions zuletzt von sechs Spielen fünf siegreich gestalten können, sich so auf Rang acht vorgespielt. Neben Lindström brachte auch einer neuer Torwart frischen Wind ins Mellendorfer Icehouse: Inzwischen steht der Tscheche Pavel Cagas (früher Kassel und Mannheim) bei den Scorpions zwischen den Pfosten.

"Wir sind gewarnt", sagt Komma. Alles andere als ein Erfolg zähle allerdings nicht: "Wir brauchen noch ein paar Punkte, um uns für die Play-offs zu qualifizieren." Geht es für die Capitals nicht darum, sich auf den ersten vier Rängen zu etablieren? "Das wäre auch nicht schlecht", meinte Komma.

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