Sport : Daniel Stephan lässt seinen Daumen operieren - und taucht erst mal unter

Noch drei Bundesliga-Spiele, dann setzt Daniel Stephan seiner Leidenszeit ein Ende: Nach dem Bundesliga-Heimspiel seines TBV Lemgo gegen den VfL Bad Schwartau am 12. Februar legt der Welthandballer wegen seiner dritten Operation binnen acht Monaten am noch immer lädierten Daumen eine Pause auf unbestimmte Zeit ein. Mit dem Eingriff am 15. Februar wiederum bei Professor Lanz in Bad Neustadt/Saale beendet der Spielmacher eine Saison, die ihm wegen seiner langwierigen Verletzungen den Ruf eines "Pechvogels" einbrachte. "Ich bin erleichtert, dass endlich eine Entscheidung gefallen ist. Die Saison ist sowieso verkorkst", meinte der 26- jährige Nationalspieler. Wann er danach wieder Handball spielen wird, lässt er offen: "Diesmal lasse ich mir Zeit."

Die Negativserie für den populären Spieler, der im vorigen Monat zum dritten Mal in Folge zu Deutschlands "Handballer des Jahres" gewählt worden war, begann im Mai 1999 im Länderspiel gegen Dänemark mit einem Daumenbruch. Als dieser auskuriert war, zog er sich im September einen Bänderriss im Sprunggelenk zu. "Das ist eine Saison zum Abhaken", bilanzierte Daniel Stephan.

Mit der erneuten Daumenoperation soll möglichen irreparablen Schäden vorgebeugt werden. Nur mit Schmerztabletten konnte der Welthandballer des Jahres 1998 seiner Pein Herr werden. "Ich lasse mich operieren, weil ich muss. Da spielt Olympia gar keine Rolle", stellte er klar. Denn eine Fehlstellung des Sattelgelenks plagte ihn unentwegt. "Es ist egal, wie ich gespielt habe, ob gut oder schlecht, Schwierigkeiten hatte ich immer. Mit der neuen Operation ist es so, dass es aller Voraussicht nach keine bleibenden Schäden gibt", berichtete Stephan.

Damit sind vorerst auch seine Auswahleinsätze passé, und Bundestrainer Heiner Brand muss für die Qualifikationsspiele zur WM 2001 in Frankreich gegen Polen Anfang Juni ohne ihn planen. "Ab wann ich wieder für die Nationalmannschaft spiele, ist zweitrangig", sagte Stephan. Erst will er sich auskurieren, um auch seinen Kopf wieder frei zu bekommen. "Das ist total unbefriedigend", meinte er. Stets sei er mit seinen Gedanken eher beim Daumen als beim Spiel gewesen. "Da kann man dann auch seinen Nebenleuten keine Impulse geben", bekannte der Lemgoer. So war Stephan auch bei der EM in Kroatien, wo die deutsche Mannschaft mit nur einem Sieg den enttäuschenden Rang neun erreichte, nicht wie gewünscht Denker und Lenker des Spiels.

Noch drei Wochen vor dem Titelkampf hatte sich der Spielmacher Ende Dezember der zweiten Handoperation unterzogen, bei der ihm die Drähte in der Hoffnung entfernt wurden, dass seine Probleme dadurch behoben würden. "Aber es ist nicht so. Es gab überhaupt keine Verbesserung", bedauerte er, "aber ich hatte schon Ende Dezember erfahren, dass eine weitere Operation möglich ist." Bei dieser soll ihm nun eine Bandplastik eingesetzt werden, mit der das Gelenk gerichtet und fixiert werden soll.

"Durch die angespannte Lage im Verein habe ich gesagt, ich werde die Spiele so gut wie möglich bestreiten. Wieder mit Schmerztabletten. Das ist schon fast normal".

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