Sport : Danke, Brasilien!

Armin Lehmann

über die jüngste Legitimation des Konföderationen-Pokals Carlos Alberto Parreira hält viel von Jürgen Klinsmann. Dabei sind die beiden Kontrahenten. Parreira trainiert den amtierenden Fußballweltmeister Brasilien, Klinsmann will 2006 Weltmeister werden. Parreira findet Klinsmanns Methoden gut, und vielleicht liegt es an dieser Sympathie, dass der Brasilianer dem Deutschen jetzt indirekt einen großen Gefallen getan hat. Parreira hat Weltstar Ronaldo vor die Wahl gestellt: Entweder er spielt beim Konföderationen-Pokal in Deutschland oder er wird für die WM 2006 nicht nominiert.

Vielleicht ist dieses Machtwort die ultimative Unterstützung für den Konföderationen-Pokal an sich. In Deutschland ist längst eine Debatte darüber im Gange, wie schädlich die Belastung für die Spieler und somit letztlich auch für die Vorbereitung auf die WM ist. Alle wissen das, einschließlich Jürgen Klinsmann, aber niemand darf es laut sagen. Der bislang ungeliebte Wettbewerb findet nun mal in Deutschland statt, gilt als Generalprobe für dieWM und steht damit offiziell außerhalb jeglicher Diskussion. Selbst Bayerns Trainer Felix Magath, der oft schon vor der hohen Belastung für die Spieler warnte, gibt zu: „Klinsmann kann ja schlecht seinem Arbeitgeber in den Rücken fallen und sagen: Das ist alles Mist!“

Die Wahrheit aber ist: Ein bisschen Mist ist es schon, aus Sicht der Spieler und der Klubs. Da man aber nichts mehr ändern kann, dokumentieren wir aus Gründen der Fairness wenigstens Ronaldos Argument: „Wenn ich auch im Confederations Cup spielen muss, habe ich zwei Jahre lang keinen Urlaub.“ Die Fans freut’s ja.

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