Sport : Danke, Roy Keane

Markus Hesselmann

freut sich über Manchesters aufmüpfigen Iren Für Sir Alex Ferguson ist Manchester United „der größte Klub aller Zeiten, auf dem Planeten, im Universum“. So zitiert das Boulevardblatt „Sun“ den Trainer und Manager des englischen Klubs. Außerdem schrieb die „Sun“ wie auch andere englische Blätter, Manchester Uniteds Kapitän Roy Keane habe seine Mitspieler als „faul“, „schwach“ und „verirrt“ bezeichnet. Übertrieben wohl beides: die Worte Keanes und die von Sir Alex. Während die Übertreibungen des Trainers aber Eingang in die offiziöse Presseschau des Klubs unter www.manutd.com fanden, sollten die Sprüche des kernigen Iren der Öffentlichkeit vorenthalten werden. Keane hatte sie nämlich nicht der „Sun“ mitgeteilt, sondern gleich dem vereinseigenen Sender MUTV. Der hielt das Material lieber unter Verschluss. Doch es sickerte durch, und jetzt hat der Klub seinen Zensurskandal.

Manchester United war der Konkurrenz oft voraus – sportlich wie wirtschaftlich. Schon Matt Busby, in den Fünfzigern und Sechzigern Manager der legendären „Busby Babes“, revolutionierte nicht nur die sportliche Nachwuchsförderung. Er ließ in einer Zeit VIP-Logen ins Stadion einbauen, als andere nur Holzbänke anboten. Inzwischen sind VIP-Logen Standard. Heute träumen Klubchefs – auch deutsche – vom vereinseigenen Fernsehen Marke MUTV. Roy Keane soll sie lehren, dass sie sich damit weder aufmüpfige Spieler noch lästige Journalisten vom Hals schaffen.

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